Netzbetreiber kritisiert schleppenden Windkraftausbau in MV
19.07.2023 - 01:03:30"Es bereitet uns Sorge, dass der Standortvorteil auf der ostdeutschen Seite, gerade auch in Mecklenburg-Vorpommern, in Gefahr gerĂ€t", sagte der 50-Hertz-Vorsitzende Stefan Kapferer der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung" (Mittwochausgabe). Es gebe nicht nur einen Genehmigungsstau, sondern auch eine sehr restriktive FlĂ€chenausweisung.
"Von den FlĂ€chenlĂ€ndern ist Mecklenburg-Vorpommern, trotz dĂŒnner Besiedelung, quasi Schlusslicht. Es werden leider lĂ€ngst nicht alle Potenziale genutzt", so Kapferer. Dabei sei das Interesse der Investoren groĂ. Der Bundesverband Windenergie hatte am Dienstag jĂŒngste Ausbau-Zahlen in Berlin veröffentlicht. Demnach sind im vergangenen Jahr in Mecklenburg-Vorpommern nur 15 neue WindrĂ€der in Betrieb gegangen. Kapferer beklagte eine "hĂ€ufig leider auch eher ablehnende Stimmung vor Ort". Dabei hĂ€tten die Investoren bei der Ansiedlung von Infineon bei Dresden, von Intel bei Magdeburg und Tesla in Brandenburg stets klargemacht, dass preiswerter grĂŒner Strom ein wichtiger Grund fĂŒr die langfristig angelegte Investitionsentscheidung war. "Wer vor Ort meint, mit Widerstand gegen die Erneuerbaren seiner Region zu nĂŒtzen, der tĂ€uscht sich. Das kommt als Bumerang zurĂŒck", warnte der 50-Hertz-Chef. Kapferer kritisierte auch die Landesregierung. Die Erkenntnis, wie wichtig der Erneuerbaren-Ausbau an Land ist, "scheint noch nicht auf allen Ebenen angekommen zu sein. Da mĂŒsste vielleicht vor Ort mehr dafĂŒr geworben und das Positive herausgestellt werden", sagte er an die Adresse der Regierung von MinisterprĂ€sidentin Manuela Schwesig (SPD). "Die Energiewende bringt Jobs ins Land, das sollte man nicht verspielen."
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH


