ROUNDUP, Selenskyj

Selenskyj will Schulkinder vor russischen Angriffen schĂŒtzen

31.07.2024 - 06:35:05

Der ukrainische PrÀsident Wolodymyr Selenskyj möchte den Schulkindern seines Landes besonderen Schutz vor dem Krieg garantieren.

"Das Schuljahr steht vor der TĂŒr und die PrioritĂ€t liegt nun darin, dass die Kinder, wo immer es dank der SchutzrĂ€ume möglich ist, normal und nicht aus der Ferne lernen", sagte Selenskyj gestern in seiner abendlichen Videoansprache. Die Regierung sei angewiesen worden, ihre BemĂŒhungen um den Bau von SchutzrĂ€umen zu beschleunigen.

Daneben sorgt sich Selenskyj um die Energieversorgung des Landes im Herbst und Winter. Es gebe in den meisten Regionen betrĂ€chtliche Möglichkeiten zur Schaffung neuer Energiequellen, sagte er, ohne ins Detail zu gehen. "Auf nationaler Ebene setzen wir uns fĂŒr den Schutz von Energieanlagen ein." Angesichts stĂ€ndiger russischer Angriffe auf die kritische Infrastruktur der Ukraine, vor allem die Stromversorgung, ist Kiew bemĂŒht, die Versorgung fĂŒr den Winter abzusichern.

Selenskyj besucht Truppen an Grenze zu Belarus

Selenskyj besichtigte auch die Befestigungen und Abwehrstellungen seiner StreitkrÀfte an der Grenze zu Belarus. Bei dem Arbeitsbesuch in der Region Wolhynien wurde er von leitenden MilitÀrs begleitet, wie aus der PrÀsidialkanzlei in Kiew verlautete. "Wir haben eine starke Verteidigung, sowohl was das Personal als auch die Verteidigungslinien betrifft", sagte Selenskyj. "Und wir werden sie weiter verstÀrken."

Die ukrainischen MilitĂ€rs haben in den vergangenen Monaten die Grenze zum Nachbarland Belarus massiv verstĂ€rkt. Wegen der dadurch erkennbaren Truppenbewegungen auf ukrainischer Seite reagierte Minsk seinerseits mit der Verlegung von zusĂ€tzlichen Truppen an die Grenze. Erst vor einigen Tagen erklĂ€rte der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko die Krise an der Grenze fĂŒr beendet und ordnete den Abzug der zusĂ€tzlichen Truppen an.

Belarus ist nicht direkt am Krieg gegen die Ukraine beteiligt, aber mit Russland verbĂŒndet und hat zu Beginn der Invasion vor ĂŒber zwei Jahren den Einmarsch russischer Truppen von seinem Staatsgebiet aus in die Ukraine erlaubt. Der direkte Vorstoß auf die Hauptstadt Kiew scheiterte jedoch.

Kiew berichtet von beschÀdigten russischen Bombern

Der ukrainische MilitĂ€rgeheimdienst HUR reklamiert einen Angriff gegen einen russischen LuftwaffenstĂŒtzpunkt im hohen Norden bei Murmansk fĂŒr sich. Bei der Attacke seien zwei russische Überschallbomber vom Typ Tupolew Tu-22M schwer beschĂ€digt worden, sagte HUR-Vertreter Andrij Jussow der Agentur Unian. Die Angaben konnten nicht unabhĂ€ngig geprĂŒft werden.

"Wir sprechen von einer Explosion ĂŒber dem Standort der Flugzeuge", sagte er und deutete damit an, dass der MilitĂ€rflughafen möglicherweise von Kampfdrohnen angegriffen wurde. Der Angriff sei bereits am Nachmittag des 25. Juli erfolgt, das Ergebnis sei dem Geheimdienst aber erst jetzt bekannt geworden. Die Reparaturarbeiten an den beiden Bombern dĂŒrften mehrere Monate dauern, schĂ€tzte Jussow.

Die Ukraine hat in den vergangenen Wochen wiederholt Ziele auf russischem Staatsgebiet mit Kampfdrohnen angegriffen. Zuletzt war ein Angriff auf einen MilitÀrflugplatz in der NÀhe der russischen Grenze zu Finnland bekannt geworden.

Schwere KĂ€mpfe im Osten der Ukraine

Das ukrainische MilitĂ€r berichtete von schweren russischen Angriffen in der Region um Kurachowe in der Oblast Donezk im Osten des Landes. Im Laufe des Tages seien mehrere russische Angriffe, unterstĂŒtzt von Dutzenden Panzern und SchĂŒtzenpanzern, abgeschlagen worden. Nach ukrainischer Darstellung wurden wĂ€hrend der KĂ€mpfe mindestens acht russische Panzer und zwölf SchĂŒtzenpanzer zerstört, die Verluste der Angreifer wurden mit 36 Toten und 32 Verwundeten angegeben. Auch diese Angaben konnten nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒft werden.

Erste nordkoreanische SchĂŒtzenpanzer an der Front gesichtet

Nach der zwischen Moskau und Pjöngjang vereinbarten engen militĂ€rischen Zusammenarbeit will die ukrainische AufklĂ€rung erste SchĂŒtzenpanzer aus nordkoreanischer Produktion im Kriegsgebiet gesichtet haben. Demnach sollen SchĂŒtzenpanzer mit dem Panzerabwehrraketen-System Bulsae 4 an nicht nĂ€her genannten Frontabschnitten entdeckt worden sein. Die Raketen haben eine Einsatzreichweite von bis zu zehn Kilometern.

Luftalarm in Kiew am spÀten Abend

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sowie in anderen StĂ€dten wurde am spĂ€ten Abend Luftalarm ausgelöst. Die MilitĂ€rverwalter berichteten auf Telegram von EinflĂŒgen von sogenannten Kamikazedrohnen und warnten zugleich vor möglichen Raketenangriffen.

@ dpa.de