GESAMT-ROUNDUP: Ukraine schickt UnterhÀndler in die USA - neue Luftangriffe
28.08.2025 - 07:05:19PrĂ€sidialamtschef Andrij Jermak und Ex-Verteidigungsminister Rustem Umjerow sollen am Freitag in New York mit Vertretern der Regierung von US-PrĂ€sident Donald Trump sprechen, wie Selenskyj in Kiew ankĂŒndigte. Seitens der Amerikaner bestĂ€tigte Trumps Russland-UnterhĂ€ndler Steve Witkoff das Treffen. Derweil ĂŒberzieht das russische MilitĂ€r die Ukraine einmal mehr groĂflĂ€chig mit Luftangriffen. Allein aus Kiew wurden mehrere Tote und mehr als ein Dutzend Verletzte gemeldet.
"Alle, die an den Sicherheitsgarantien arbeiten - an den militĂ€rischen, politischen und wirtschaftlichen Komponenten der Sicherheitsgarantien -, werden einbezogen", sagte Selenskyj in einer Videoansprache. Man mĂŒsse so rasch wie möglich vorankommen: "Die Russen mĂŒssen sehen, wie ernst es der Welt ist und wie schlimm die Folgen fĂŒr Russland sein werden, wenn der Krieg weitergeht."
Selenskyj: Moskau will nicht verhandeln
Der ukrainische PrĂ€sident warf Moskau vor, nicht verhandlungsbereit zu sein und damit ein Trump gegebenes Versprechen zu brechen. Bei den Sicherheitsgarantien geht es darum, die Ukraine nach einem Ende des Krieges vor einem Wiederaufflammen russischer Aggression zu schĂŒtzen. Die USA planen sich zu beteiligen, die militĂ€rische Hauptlast soll aber bei den EuropĂ€ern liegen. Russland lehnt Truppen aus Nato-LĂ€ndern in der Ukraine strikt ab.
Jermak und Umjerow fĂŒhren von ukrainischer Seite auch die laufenden GesprĂ€che der Kriegsparteien in Istanbul. Nach Angaben Selenskyjs erkunden sie auĂerdem mögliche Orte fĂŒr ein Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin. Dabei waren die ukrainischen Vertreter am Dienstag zu Besuch im Golfstaat Katar, am Mittwoch in Saudi-Arabien. FĂŒr Donnerstag sind GesprĂ€che in der Schweiz geplant. Putin will indes erst dann mit einem Vertreter der Ukraine sprechen, wenn es eine fertig ausgehandelte Lösung fĂŒr ein Ende des Krieges gibt.
AuĂenminister Wadephul: Neue Sanktionen gegen Moskau
Auch der deutsche AuĂenminister Johann Wadephul sieht Moskaus angebliche Verhandlungsbereitschaft skeptisch. "Ich habe allergröĂte Zweifel, dass es in absehbarer Zeit ĂŒberhaupt zu Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine kommt", sagte er dem Nachrichtenmagazin "Focus". Putin bewege sich trotz Trumps BemĂŒhungen ĂŒberhaupt nicht. "Ich rate dringend, den Druck auf Russland aufrechtzuerhalten. Es ist doch wahrscheinlicher, dass es in der nĂ€chsten Zeit neue Sanktionen gegen Russland gibt, als dass Putin in Verhandlungen in eine Waffenruhe einlenkt", sagte Wadephul.
GroĂflĂ€chiger Luftangriff auf die Ukraine
Russland fĂŒhrt seit mehr als dreieinhalb Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Am Abend und in der Nacht kam es zu neuen Attacken aus der Luft mit Kampfdrohnen und Raketen. In der Hauptstadt Kiew war nach Angaben von BĂŒrgermeister Vitali Klitschko die Flugabwehr im Einsatz, dennoch gab es mehrere EinschlĂ€ge mit Todesopfern. Explosionen wurden auch aus den StĂ€dten Sumy im Norden sowie Dnipro und Saporischschja im SĂŒden gemeldet.
Laut ukrainischen Angaben wurden Bewohner fast aller Landesteile in SchutzrĂ€ume beordert, auch fernab der Frontlinie. Demnach schickten die Angreifer mehrere Wellen von Kampfdrohnen los und feuerten auch Ăberschallraketen sowie Marschflugkörper ab. Mehrere Kampfjets der russischen Luftwaffe seien im Einsatz.
Allein in Kiew wurden ukrainischen Berichten zufolge mindestens drei Menschen getötet und 18 verletzt, darunter mehrere Kinder. WohnhĂ€user, Schulen und BĂŒros im ganzen Stadtgebiet seien beschĂ€digt worden, ein fĂŒnfstöckiges GebĂ€ude sei eingestĂŒrzt. Am Morgen habe Russland dann eine weitere Welle von Luftangriffen gestartet - in Kiew seien Geschosse eingeschlagen, wĂ€hrend RettungskrĂ€fte unter GebĂ€udetrĂŒmmern nach VerschĂŒtteten suchten.
Das ganze Ausmaà der SchÀden war zunÀchst nicht ersichtlich, die genannten Opferzahlen stiegen aber stetig an.
Luftalarm auch in Russland
Gleichzeitig gab es in Russland im Gebiet Lipezk zeitweise Luftalarm wegen anfliegender ukrainischer Drohnen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass berichtete. Das russische MilitĂ€r meldete den Abschuss ukrainischer Drohnen ĂŒber den Gebieten Rostow, Belgorod, Smolensk und ĂŒber der Schwarzmeer-Halbinsel Krim. Mehrere FlughĂ€fen mussten den Betrieb sicherheitshalber einschrĂ€nken.
Energieanlagen unter Beschuss
Tags zuvor hatten die russischen Luftangriffe nach offiziellen ukrainischen Angaben gezielt das Energiesystem der Ukraine beschÀdigt. Im nordukrainischen Gebiet Sumy sei nachts ein Umspannwerk getroffen worden, teilte das Energieministerium in Kiew auf Telegram mit. Im ostukrainischen Gebiet Poltawa wurde demnach das Gastransportsystem erheblich beschÀdigt. Weitere Treffer habe es in den Gebieten Tschernihiw, Charkiw und Donezk gegeben.
Die Angriffe sollten das ukrainische Energiesystem vor Beginn der Heizperiode schwÀchen, hieà es. Schon in den vergangenen drei Kriegswintern hatte Russland immer wieder gezielt Energieanlagen beschossen.
Allerdings könnten die russischen Angriffe auch eine Antwort auf erfolgreiche ukrainische Attacken gegen die Ăl- und Gasindustrie in Russland sein. Durch Drohnentreffer auf russische Raffinerien hat Russland nach Medienberichten 17 Prozent der KapazitĂ€ten zur Ălverarbeitung verloren. In vielen Regionen herrscht Treibstoffmangel.

