Orban, VerlÀngerung

Orban blockiert VerlÀngerung von Russland-Sanktionen

20.12.2024 - 06:28:30

Der ungarische MinisterprĂ€sident Viktor Orban hat beim EU-Gipfel in BrĂŒssel seine Zustimmung zur VerlĂ€ngerung der Ende Januar auslaufenden Russland-Sanktionen verweigert.

Wie die Deutsche Presse-Agentur von mehreren Teilnehmern des Spitzentreffens in BrĂŒssel erfuhr, sagte Orban den anderen Staats- und Regierungschefs, er mĂŒsse ĂŒber die Sache noch nachdenken. Eine Entscheidung will er demnach erst nach der AmtseinfĂŒhrung des neugewĂ€hlten US-PrĂ€sidenten Donald Trump am 20. Januar treffen.

Der Republikaner hat mehrfach kundgetan, er könne den russischen Krieg gegen die Ukraine in kurzer Zeit beenden. Aus Sicht von Orban wĂŒrde dann die Grundlage fĂŒr die Sanktionen wegfallen. Er hatte sie wiederholt als nutzlos und schlecht fĂŒr die europĂ€ische Wirtschaft kritisiert.

Wenn Ungarn der VerlĂ€ngerung der EU-Sanktionen nicht zustimmt, wĂŒrden sie am 31. Januar auslaufen. Betroffen wĂ€ren die umfangreichen Wirtschafts- und Finanzsanktionen, aber auch die eher symbolischen Sanktionen gegen mehr als 2000 Personen und Unternehmen. Unter letzteren sind auch russische Spitzenpolitiker wie PrĂ€sident Wladimir Putin und zahlreiche Oligarchen.

Diplomaten betonten unterdessen, dass auch nach dem 20. Januar noch ausreichend Zeit bleiben wĂŒrde, die Sanktionen rechtzeitig zu verlĂ€ngern. Möglicherweise wolle Orban auch in anderen Bereichen ZugestĂ€ndnisse der EU-Partner erpressen. So sind wegen Rechtsstaatsdefiziten in Ungarn fĂŒr das Land vorgesehene EU-Gelder in Milliardenhöhe derzeit eingefroren.

Die formelle Entscheidung fĂŒr die VerlĂ€ngerung der EU-Sanktionen muss vom Rat der EuropĂ€ischen Union einstimmig getroffen werden. Bislang gab der EU-Gipfel in der Regel dafĂŒr den Auftrag. Die derzeit gĂŒltigen Regeln sehen vor, dass die Sanktionen alle sechs Monate verlĂ€ngert werden mĂŒssen.

@ dpa.de