ROUNDUP, USA

Arbeitsmarkt bleibt trotz Zollkonflikt solide

06.06.2025 - 15:28:43

Der US-Arbeitsmarkt hat sich im Mai trotz der Verunsicherung durch die Zollpolitik der US-Regierung solide präsentiert.

Es wurden mehr Arbeitsplätze geschaffen als erwartet, wie aus den am Freitag vom Arbeitsministerium vorgelegten Zahlen hervorgeht. Allerdings wurde die Werte in den Vormonaten deutlich nach unten revidiert. Die Arbeitslosenquote blieb stabil, während die Stundenlöhne stärker als erwartet zulegten.

Außerhalb der Landwirtschaft kamen 139.000 Stellen hinzu, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt mit 126.000 neuen Stellen gerechnet. Der Beschäftigungsaufbau in den beiden Vormonaten wurde allerdings um insgesamt 95.000 Stellen nach unten revidiert.

"Von daher ist der heutige Arbeitsmarktbericht solide", kommentierte Thomas Altmann, Analyst bei QC Partners. "Er ist aber kein Grund zur Freude." Er zeigte keine extrem hohe Dynamik.

"Die Zölle führen bislang zu keinen deutlichen Bremsspuren am US-Arbeitsmarkt", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Es sei jedoch fraglich, ob dies so bleibe. "Die Zölle verunsichern Unternehmen und gleichzeitig lasten sie auch auf der Konsumlaune, was auf den Umsätzen lastet", so Gitzel. "Und mehr noch, das Dodge-Programm führte zu Entlassungen im öffentlichen Sektor und gleichzeitig auch zu weniger Einstellungen."

Die Arbeitslosenquote verharrte im Monatsvergleich auf 4,2 Prozent. Volkswirte hatten das im Schnitt erwartet. Zu Beginn des Jahres hatte die Quote bei 4,0 Prozent gelegen und ist seitdem nur leicht gestiegen.

Die Löhne legten etwas stärker zu als erwartet. Die durchschnittlichen Stundenlöhne legten gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent zu. Volkswirte hatten im Schnitt mit 0,3 Prozent gerechnet. Im Vormonat hatte das Lohnplus bei 0,2 Prozent gelegen. Im Jahresvergleich stiegen die Löhne um 3,9 Prozent und damit genauso deutlich wie im Vormonat.

Der starke Anstieg der Stundenlöhne ist laut Altmann mit Blick auf mögliche Leitzinssenkungen durch die US-Notenbank ein Grund zu Sorge. "Diese Werte könnten die Fed durchaus zum längeren Abwarten bewegen."

Die Lohnentwicklung ist ihm zufolge auch der Grund für die Kursverluste am Anleihemarkt. Der Dollar profitierte etwas von den Daten. Die europäischen Aktienmärkte reagierten hingegen kaum.

@ dpa.de

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