Trump: Vorstand soll Fed-Chef Kontrolle entziehen
02.08.2025 - 05:44:16Nach dem jĂŒngsten Zinsentscheid der US-Notenbank Fed setzt US-PrĂ€sident Donald Trump seine verbalen Angriffe auf deren Chef Jerome Powell fort. Der Republikaner arbeitete sich auf seiner Plattform Truth Social an Powell ab und bezeichnete ihn erneut als «sturen DUMMKOPF». Zugleich forderte Trump, der Fed-Vorstand solle «DIE KONTROLLE ĂBERNEHMEN», falls der Notenbankchef sich weiterhin weigere, den Leitzins «deutlich» zu senken.
Der Chef der Federal Reserve trifft Entscheidungen ĂŒber den Leitzins nicht im Alleingang - dafĂŒr ist der Zentralbankrat zustĂ€ndig. Bei dem jĂŒngsten Entscheid am Mittwoch war auffĂ€llig, dass sich im Gegensatz zur vorherigen Sitzung nicht alle Mitglieder hinter eine Beibehaltung des Leitzinses stellten. Zwei von elf anwesenden Vertretern - Michelle Bowman und Christopher Waller - plĂ€dierten fĂŒr eine Senkung. Abweichende Stimmen kommen in diesem Fed-Gremium nur selten vor.
Knickt Gremium ein?
Waller wird eine NĂ€he zu Trump nachgesagt. Der US-PrĂ€sident soll ihn neben Finanzminister Scott Bessent als möglichen Nachfolger von Powell in Betracht ziehen. Beobachter halten es fĂŒr denkbar, dass sich unter dem Druck Trumps beim nĂ€chsten Entscheid weitere Mitglieder des Gremiums vom Kurs der Mehrheit absetzen könnten. Der US-PrĂ€sident dĂŒrfte auf diesen Effekt spekulieren. Die Gegenstimmen wĂŒrden «NUR NOCH STĂRKER WERDEN», schrieb er bei Truth Social.
Die Chancen fĂŒr Gegenstimmen könnten sich nun tatsĂ€chlich erhöhen: Am Freitagnachmittag (Ortszeit) wurde ĂŒberraschend bekannt, dass Fed-Vorstand Adriana Kugler zurĂŒcktreten wird, die auch im Zentralbankrat sitzt. Sie wolle bereits mit Wirkung zu kommender Woche Freitag ihr Amt niederlegen, hieĂ es.Â
Trump sagte wenig spĂ€ter vor Journalisten, er habe gerade herausgefunden, dass er einen freien Platz im Zentralbankrat habe. «DarĂŒber bin ich sehr glĂŒcklich.» FĂŒr den PrĂ€sidenten eröffnet sich damit die Möglichkeit, mehr Einfluss auf dieses wichtige Gremium zu nehmen. Er nominiert die Vorstandsmitglieder, die den GroĂteil des Zentralbankrates ausmachen. Der Nominierung muss allerdings noch der Senat zustimmen.Â
Trump: Auch Powell sollte zurĂŒcktreten
Powell sollte genau wie Kugler zurĂŒcktreten, forderte Trump auf Truth Social. Kugler habe gewusst, dass Powell mit Blick auf den Zinssatz das Falsche getan habe, behauptete Trump. «Er sollte ebenfalls zurĂŒcktreten!»
Trotz der vehementen Forderungen aus dem WeiĂen Haus hĂ€lt die Fed den Leitzins weiterhin stabil - aktuell liegt er in einer Spanne zwischen 4,25 und 4,5 Prozent.Â
Weil Trump bislang nicht das bekommt, was er verlangt, hat er Powell in den vergangenen Monaten wiederholt scharf angegriffen und mehrmals mit dessen Entlassung gedroht. Die rechtlichen HĂŒrden fĂŒr einen solchen Schritt sind allerdings hoch. Ob ein US-PrĂ€sident den Chef der Notenbank ĂŒberhaupt absetzen kann, ist juristisch nicht abschlieĂend geklĂ€rt. Powells Amtszeit endet im kommenden Mai.


