Fahrrad-Mietmarkt: Verband sieht Potenzial bei Lieferdiensten
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 05:15 Uhr | dpa, AD HOC NEWSLieferdienste als zusÀtzlicher Anwendungsbereich
- Der Verband Zukunft Fahrrad erfasste Anfang September 102.550 rund um die Uhr verfĂŒgbare Bikesharing-RĂ€der.
- ZusÀtzlich bestanden rund 98.000 private Fahrrad-Abos und bis zu 14.000 gewerbliche MietvertrÀge.
- Im Gesamtmarkt stehen mehr als 90 Millionen FahrrĂ€der, fĂŒr dieses Jahr werden rund 3,8 Millionen NeuverkĂ€ufe genannt.
- Wasilis von Rauch fordert steuerliche Anreize und eine stÀrkere Verantwortung von Lieferdiensten.
Fahrrad-Mietmarkt bleibt in Deutschland klein
Der deutsche Markt fĂŒr Leih- und MietfahrrĂ€der ist nach EinschĂ€tzung des Branchenverbands Zukunft Fahrrad noch stark ausbaufĂ€hig. Anfang September konnten in Deutschland 102.550 FahrrĂ€der rund um die Uhr ĂŒber Bikesharing-Systeme ausgeliehen werden, 1,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Daneben gab es rund 98.000 private Fahrrad-Abos und bis zu 14.000 gewerbliche VertrĂ€ge, ĂŒber die Unternehmen etwa RĂ€der fĂŒr Lieferdienste anmieten. Erfasst wurden E-Bikes und FahrrĂ€der ohne Motor; insbesondere touristische Fahrradverleihe sind nicht enthalten.
Geringe Nutzung im Vergleich zum Gesamtmarkt
Gemessen am Bestand von mehr als 90 Millionen FahrrÀdern und rund 3,8 Millionen erwarteten NeuverkÀufen in diesem Jahr bleiben Leih- und Mietangebote klein. Der Verband sieht deshalb gezielte Möglichkeiten, diese Modelle stÀrker zu verbreiten.
GeschĂ€ftsfĂŒhrer Wasilis von Rauch fordert einen steuerlichen Anreiz fĂŒr Fahrrad-Abos und Bikesharing. Steuerlich vereinfachte MobilitĂ€tsbudgets fĂŒr nachhaltige MobilitĂ€t könnten die LĂŒcke schlieĂen und Arbeitgebern ein zusĂ€tzliches Angebot fĂŒr die MobilitĂ€t ihrer BeschĂ€ftigten ermöglichen.
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Lieferdienste und illegale Fatbikes
FĂŒr Essenslieferdienste könnten gewerblich gemietete FahrrĂ€der nach Darstellung des Verbands eine verkehrssichere und verlĂ€ssliche Alternative zu den hĂ€ufig genutzten illegal motorisierten Billig-Fatbikes aus China sein.
Zukunft Fahrrad fordert deshalb ein gezieltes Eingreifen der Marktaufsicht gegen illegale Lieferbikes. AuĂerdem mĂŒssten die Lieferdienste stĂ€rker in die Verantwortung genommen werden.
Deutschland verfĂŒgt mit mehr als 90 Millionen FahrrĂ€dern ĂŒber einen groĂen Bestand, doch der ĂŒberwiegende Teil wird privat besessen. Leih- und Mietmodelle erreichen dagegen nur einen kleinen Teil des Marktes. Die Zahlen des Verbands zeigen zugleich, dass Bikesharing trotz des niedrigen Ausgangsniveaus weiter wĂ€chst: Anfang September standen rund 102.550 RĂ€der rund um die Uhr zur VerfĂŒgung, 1,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Fahrrad-Abos und gewerbliche MietvertrĂ€ge schlieĂen eine LĂŒcke zwischen Kauf und klassischem Verleih. Sie können fĂŒr Menschen interessant sein, die ein Fahrrad regelmĂ€Ăig nutzen, aber Wartung, Anschaffungskosten oder einen spĂ€teren Weiterverkauf vermeiden möchten. FĂŒr Unternehmen bieten gemietete RĂ€der eine Möglichkeit, Lieferflotten flexibler zu betreiben.
Steuerliche Rahmenbedingungen
Der Verband verbindet den Ausbau mit der Forderung nach steuerlich vereinfachten MobilitĂ€tsbudgets. Solche Budgets könnten Arbeitgebern erlauben, Fahrrad-Abos und Bikesharing neben anderen nachhaltigen Verkehrsangeboten leichter zu finanzieren. FĂŒr die tatsĂ€chliche Wirkung wĂ€ren klare Regeln, eine gute VerfĂŒgbarkeit auĂerhalb groĂer StĂ€dte und verlĂ€ssliche Wartungsangebote entscheidend.
Bei Lieferdiensten kommt ein Sicherheits- und Aufsichtsaspekt hinzu. Gewerblich eingesetzte FahrrĂ€der könnten eine legale Alternative zu technisch unzulĂ€ssigen, motorisierten Billig-Fatbikes bilden. DafĂŒr mĂŒssten Marktaufsicht und Lieferdienste Verantwortung ĂŒbernehmen; zugleich bliebe zu klĂ€ren, wie Kontrollen, Haftung und die Finanzierung sicherer Fahrzeuge praktisch organisiert werden.
