EZB-Vize de Guindos: Ausblick fĂŒr Eurozonen-Wirtschaft bleibt schwach
15.01.2025 - 10:26:56Die Aussichten fĂŒr die Wirtschaft im gemeinsamen WĂ€hrungsraum blieben schwach und seien von einer "erheblichen Unsicherheit" gekennzeichnet, sagte de Guindos am Mittwoch in einer Rede in Madrid. Zudem wĂŒrden auch jĂŒngste Daten darauf hindeuten, dass die Wirtschaft an Schwung verliere.
Der EZB-Vize verwies auf Umfragen, wonach die wirtschaftlichen AktivitĂ€ten im Verarbeitenden Gewerbe schrumpften. AuĂerdem hĂ€tten Stimmungsdaten aus dem Bereich Dienstleistungen gezeigt, dass sich das Wachstum in diesen Sektor verlangsame. Ursache seien unter anderem hohe Energiepreise. Zudem seien nach wie vor die Auswirkungen der straffen Geldpolitik der vergangenen Jahre im Kampf gegen die hohe Inflation zu spĂŒren, sagte der Notenbanker.
Zwar ist die Inflation in der Eurozone im vergangenen Jahr deutlich gesunken, und die EZB hatte die geldpolitische Wende vollzogen: Seit dem vergangenen Juni sinken die Leitzinsen wieder. Die Auswirkungen der Zinssenkungen entfalten aber erst mit einer Verzögerung ihre Wirkung in der Wirtschaft.
"Unternehmen halten sich mit Investitionen zurĂŒck und die Exporte bleiben schwach, wobei einige europĂ€ische Branchen um ihre WettbewerbsfĂ€higkeit kĂ€mpfen", beschrieb de Guindos die aktuelle Lage. Die gute Nachricht sei allerdings, dass der Prozess der nachlassenden Inflation weiter auf einem guten Weg sei. Im vergangenen Jahr habe sich der tendenzielle RĂŒckgang der Teuerung zwar verlangsamt, die Bewegung gehen aber nach wie vor "eindeutig in die richtige Richtung".
Die EuropĂ€ische Zentralbank werde weiter entschlossen dafĂŒr sorgen, dass sich die Inflation beim mittelfristigen Ziel der Notenbank von zwei Prozent stabilisieren werde, versicherte der WĂ€hrungshĂŒter. Wegen der hohen Unsicherheit fĂŒr die weitere Entwicklung der Wirtschaft werde die EZB die kĂŒnftigen Zinsentscheidungen weiter von der Entwicklung der Konjunkturdaten abhĂ€ngig machen und von Sitzung zu Sitzung entscheiden, bekrĂ€ftige de Guindos frĂŒhere Aussagen.
Im Dezember war die Inflation in der Eurozone laut jĂŒngsten Daten auf 2,4 Prozent gestiegen, von zuvor 2,2 Prozent. Die EZB hatte ihre Leitzinsen zuletzt im Dezember um 0,25 Prozentpunkte gesenkt. Die nĂ€chste Zinsentscheidung steht Ende Januar auf dem Programm.

