Boris Rhein: Asylverfahren auĂerhalb EU wichtiges Thema bei Asylgipfel
06.03.2024 - 06:28:42Hessens MinisterprĂ€sident Boris Rhein (CDU) sagte zuvor in Wiesbaden in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur, der Stand dieser Analyse sei etwas, "was wir beispielsweise sehr intensiv mit dem Kanzler besprechen wollen". Aus Sicht der LĂ€nder könnten Asylverfahren in sogenannten Drittstaaten ein wichtiges und hilfreiches Instrument zur Verringerung der FlĂŒchtlingszahlen sein. "Denn die Belastungsgrenzen sind wirklich erreicht vor Ort, bei den LĂ€ndern und bei den Kommunen."
Nach Angaben des Bundesinnenministeriums vom Montag ist die auf deutscher und europĂ€ischer Ebene laufende PrĂŒfung, ob Asylverfahren in Staaten auĂerhalb der EU rechtlich möglich seien, noch nicht abgeschlossen. Der Austausch mit Juristen und Migrationsexperten dauere an. Bund und LĂ€nder hatten diese PrĂŒfung bei ihrem Asylgipfel im November beschlossen. An diesem Mittwoch wollen Kanzler Olaf Scholz (SPD) und die MinisterprĂ€sidentinnen und MinisterprĂ€sidenten in Berlin erneut ĂŒber Migration sprechen.
Erfolge sieht der MPK-Vorsitzende Rhein bei der Umsetzung des Bund-LĂ€nder-Beschlusses vom November zur Aufteilung der FlĂŒchtlingskosten. Inzwischen zahlt etwa der Bund fĂŒr jeden Asylerstantragssteller nach den damaligen Festlegungen eine jĂ€hrliche Pauschale von 7500 Euro und nicht mehr eine jĂ€hrliche Gesamtsumme von zuletzt rund 3,7 Milliarden Euro. Rhein sprach von einem atmenden System: "Wenn mehr kommen, muss der Bund mehr zahlen, wenn weniger kommen, spart er sich aber natĂŒrlich auch die eine oder andere Zahlung an Geldern an die LĂ€nder. Aus meiner Sicht funktioniert das. Da haben wir einen wirklich guten Weg beschritten."
Hessens Regierungschef bekrĂ€ftigte zudem, die Einigung kĂŒrzlich im Streit innerhalb der Ampel-Koalition um die Bezahlkarte fĂŒr Asylbewerber sei positiv. Sie werde dazu fĂŒhren, dass Deutschland weniger Anreize fĂŒr Migranten biete, hierherzukommen. Ein Teil der staatlichen Leistungen fĂŒr Asylbewerber soll kĂŒnftig als Guthaben auf dieser Karte bereitgestellt werden. Damit sollen Zahlungen an die Heimat eingeschrĂ€nkt werden. Der Bundestag dĂŒrfte bald ĂŒber die Karte beraten. EingefĂŒhrt werden soll sie von den LĂ€ndern.
Rhein betonte, es gebe mit Scholz am Mittwoch in Hessens Landesvertretung etliche weitere Themen in der FlĂŒchtlingspolitik zu besprechen. Seines Wissens sei es das erste Mal, dass Kanzler Scholz als Gast in ein solches GebĂ€ude eines Bundeslandes in der deutschen Hauptstadt zum Austausch mit den MinisterprĂ€sidentinnen und MinisterprĂ€sidenten komme. Das sei "begrĂŒĂenswert" und unterstreiche die Bedeutung des Themas Asyl fĂŒr Bund und LĂ€nder. Vor dem Kanzlerbesuch am Mittwoch wollen die Regierungschefs der LĂ€nder unter sich noch ĂŒber eine Reihe weiterer Themen beraten.

