Kassenverband warnt vor steigenden BeitrÀgen
26.08.2025 - 06:30:59Krankenkassen dĂŒrfen diese selbst festlegen. "Am Ende zahlen die Versicherten mehr, ohne mehr zu bekommen", so Blatt. Der allgemeine Beitragssatz liegt derzeit bei 14,6 Prozent, beide SĂ€tze werden je zur HĂ€lfte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern getragen. "Wenn nichts passiert, steigen die BeitrĂ€ge weiter und die WettbewerbsfĂ€higkeit leidet. Genau deshalb mĂŒssen wir den Trend drehen: weniger Kostensteigerung, mehr QualitĂ€t", so Blatt. Den Vorwurf versteckter LeistungskĂŒrzungen, etwa ĂŒber Zuzahlungen oder lĂ€ngeren Genehmigungsverfahren, weist er zurĂŒck. "Es gibt keine Strategie, Leistungen durch die HintertĂŒr zu kĂŒrzen." Auch eine Staffelung der BeitrĂ€ge nach Lebensstil lehnt er ab: "Zum Beispiel kosten die vielen Meniskus-Operationen im FuĂball mehr als ein seltener Paragleitunfall. Deshalb lieber solidarisch bleiben und mit positiven Anreizen arbeiten statt mit Strafen." Auch VorschlĂ€ge wie BeitragsrĂŒckzahlung fĂŒr den Fall, dass Menschen in einem Quartal nicht zum Arzt gehen, hĂ€lt er fĂŒr falsch: "Das widerspricht dem Solidarprinzip und benachteiligt chronisch und schwer kranke Menschen, die viele Behandlungen brauchen, aber nicht, weil sie ungesund leben", sagte er. Reformdruck sieht Blatt auch in der Pflegeversicherung. FĂŒr 2025 rechne man dank eines Bundesdarlehens zwar mit einem Plus von rund 500 Millionen Euro. 2026 werde trotz der Hilfen jedoch ein Defizit von 1,1 Milliarden Euro erwartet. "Die Lage ist also ernst, aber das System bricht nicht zusammen", sagte Blatt.


