Elektroexporte, ZVEI

Deutsche Elektroexporte steigen im Juli um 11,9 Prozent

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 10:50 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie hat ihre Ausfuhren im Juli um 11,9 Prozent auf 23,5 Milliarden Euro gesteigert. Wachstumstreiber war vor allem das GeschĂ€ft mit EU-Partnern, wĂ€hrend die Exporte nach China weiter zurĂŒckgingen.

Die deutsche Elektroindustrie hat ihre Ausfuhren erneut gesteigert. (Symbolbild) - Bild: Sebastian Gollnow/dpa
Die deutsche Elektroindustrie hat ihre Ausfuhren erneut gesteigert. (Symbolbild) - Bild: Sebastian Gollnow/dpa

Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie hat ihre Ausfuhren im Juli deutlich gesteigert und Waren im Wert von 23,5 Milliarden Euro ins Ausland geliefert.

Exporte wachsen um fast zwölf Prozent

Wie der Branchenverband ZVEI mitteilte, lag der Wert der Ausfuhren damit 11,9 Prozent ĂŒber dem Vorjahresmonat. Das Expansionstempo habe sich nach einem bereits starken ersten Halbjahr unter dem Strich nochmals erhöht, erklĂ€rte ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann.

Von Januar bis einschließlich Juli summierten sich die Exporte auf 162,9 Milliarden Euro. GegenĂŒber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Plus von 9,7 Prozent.

EU trĂ€gt den grĂ¶ĂŸten Teil des Wachstums

Fast 90 Prozent des Exportzuwachses entfielen nach Angaben des ZVEI auf den Handel mit den EU-PartnerlĂ€ndern. In den ersten sieben Monaten lieferte die Branche Waren im Wert von 90,1 Milliarden Euro in die EuropĂ€ische Union – 17 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

USA legen trotz Zöllen zu

Auch außerhalb der EU entwickelten sich die GeschĂ€fte zuletzt in vielen LĂ€ndern positiv. Besonders krĂ€ftig stiegen die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten: Im Juli erreichten sie 2,7 Milliarden Euro und lagen damit 23,3 Prozent ĂŒber dem Wert des Vorjahresmonats.

China bleibt schwieriger Absatzmarkt

Anders verlief die Entwicklung in China. Die deutschen Elektroexporte dorthin sanken im Juli um 10,8 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro.

Gontermann fĂŒhrte die Erholung des US-GeschĂ€fts unter anderem auf den Boom bei kĂŒnstlicher Intelligenz und statistisch weitgehend ausgelaufene Einmaleffekte durch Zölle zurĂŒck. Das China-GeschĂ€ft entwickle sich dagegen weiterhin schwach.

Der Binnenmarkt als Wachstumsmotor

Die Zahlen zeigen eine starke Konzentration des Exportwachstums auf den europĂ€ischen Binnenmarkt. Mit 90,1 Milliarden Euro entfielen in den ersten sieben Monaten mehr als die HĂ€lfte der gesamten Elektroausfuhren auf EU-Partner. FĂŒr deutsche Hersteller bedeutet das kurze Wege, einheitliche Regeln und eine vergleichsweise enge industrielle Verflechtung.

USA holen auf, China verliert an Bedeutung

Das krĂ€ftige Plus in den Vereinigten Staaten fĂ€llt in eine Phase, in der Elektronik, Automatisierung und digitale Infrastruktur durch Investitionen in kĂŒnstliche Intelligenz zusĂ€tzlichen Bedarf erfahren. Zugleich zeigt der Vergleich mit China, dass die internationalen AbsatzmĂ€rkte unterschiedlich aufgestellt sind: WĂ€hrend das US-GeschĂ€ft im Juli trotz bestehender Zollschranken zulegte, gingen die Lieferungen nach China erneut zurĂŒck.

Chancen und Risiken fĂŒr die Branche

FĂŒr die deutsche Elektroindustrie ergibt sich daraus ein gemischtes Bild. Das Exportplus stĂ€rkt Produktion und Auslastung, macht die Branche aber zugleich stĂ€rker von einzelnen Regionen und deren Investitionszyklen abhĂ€ngig. Die Entwicklung in China bleibt wegen der GrĂ¶ĂŸe des Marktes und seiner Bedeutung fĂŒr globale Lieferketten besonders relevant. Entscheidend wird sein, ob die Nachfrage in Europa und den USA anhĂ€lt und deutsche Anbieter ihre Position bei Zukunftstechnologien behaupten können.

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