Deutsche FlughÀfen verlieren 134 Strecken seit 2019
Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 16:18 Uhr | dpa, AD HOC NEWSFolgen fĂŒr den deutschen Flugplan
- Der BDL vergleicht das Angebot an 26 deutschen FlughÀfen anhand eines interaktiven KonnektivitÀtsatlas.
- 2019 wurden aus Deutschland 1.678 wöchentliche Strecken und 1,7 Millionen PassagierflĂŒge angeboten.
- Im laufenden Jahr stehen 483 eingestellten 349 neu eingerichtete Strecken gegenĂŒber.
Deutsche FlughÀfen verlieren Verbindungen
Passagiere können von deutschen FlughĂ€fen im laufenden Jahr deutlich weniger Ziele erreichen als 2019. Auch zu den verbliebenen Zielen gibt es weniger FlĂŒge, wie der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) in einer Auswertung fĂŒr einzelne FlughĂ€fen zeigt.
Der Verband fĂŒhrt den RĂŒckgang auf die langsame Erholung des deutschen Luftverkehrs nach der Corona-Pandemie sowie auf gestiegene Steuern und staatliche GebĂŒhren zurĂŒck.
Weniger Strecken und FlĂŒge
2019 wurden aus Deutschland 1.678 Strecken mindestens einmal pro Woche bedient. Insgesamt gab es 1,7 Millionen PassagierflĂŒge.
Im laufenden Jahr rechnet der BDL mit 1.544 Strecken und knapp 1,4 Millionen FlĂŒgen. 483 eingestellten Strecken stehen 349 neu eingerichtete gegenĂŒber. Auf den weiterhin bestehenden Verbindungen wurden 370.000 Frequenzen gestrichen und 120.000 hinzugefĂŒgt.
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Innerdeutsche FlĂŒge besonders betroffen
Besonders viele Verbindungen wurden im innerdeutschen Verkehr gestrichen, sofern sie nicht als Zubringer zu den Interkontinental-Drehkreuzen Frankfurt oder MĂŒnchen dienten.
Dort wurden 55 Prozent der Strecken und 83 Prozent der FlĂŒge eingestellt. Auch Verbindungen zu europĂ€ischen Metropolen wie ZĂŒrich oder Warschau fehlen, wĂ€hrend touristische Ziele im Mittelmeerraum weniger stark betroffen sind.
Krieg verÀndert weitere Strecken
Seit dem russischen Angriffskrieg sind alle FlĂŒge nach Russland, Belarus und in die Ukraine eingestellt. Das Interkontinentalangebot blieb im GroĂen und Ganzen unverĂ€ndert.
Atlas zeigt regionale Unterschiede
Mit einem interaktiven KonnektivitĂ€tsatlas stellt der BDL die VerĂ€nderungen an 26 deutschen FlughĂ€fen dar. Der Verband sieht vor allem die QualitĂ€t der Verbindungen als Problem, weil frĂŒhere Routen zu europĂ€ischen Wirtschaftszentren fehlen oder fĂŒr GeschĂ€ftsreisende nur noch selten angeboten werden.
eĂ€Der RĂŒckgang des deutschen Flugangebots ist vor allem bei innerdeutschen und geschĂ€ftlich wichtigen Verbindungen sichtbar. WĂ€hrend touristische Strecken in den Mittelmeerraum vergleichsweise stabil geblieben sind, wurden Direktverbindungen zwischen deutschen StĂ€dten sowie zu europĂ€ischen Wirtschaftszentren deutlich ausgedĂŒnnt. FĂŒr Reisende bedeutet das weniger Auswahl und hĂ€ufiger notwendige Umstiege.
Der BDL fĂŒhrt die Entwicklung insbesondere auf hohe staatliche Belastungen und GebĂŒhren zurĂŒck. Dazu zĂ€hlen die Luftverkehrsteuer, Sicherheitskosten und Flugsicherungsentgelte. Hinzu kommen schwache Konjunktur, verĂ€nderte Nachfrage nach der Pandemie, hohe Energiekosten und geopolitische Unsicherheiten. Fluggesellschaften können ihre Maschinen innerhalb Europas dorthin verlagern, wo sie bessere wirtschaftliche Bedingungen erwarten.
Folgen fĂŒr Regionen und Unternehmen
Die Entwicklung betrifft nicht alle FlughĂ€fen gleichermaĂen. Kleine Standorte mit starkem Ferien- und Billigflugangebot können einzelne KapazitĂ€ten gewinnen, wĂ€hrend FlughĂ€fen mit hohen Kosten und geringer Nachfrage Verbindungen verlieren. FĂŒr Unternehmen verschlechtert sich zugleich die Erreichbarkeit europĂ€ischer Wirtschaftszentren, wenn direkte FlĂŒge wegfallen oder nur noch selten angeboten werden.
Politisch verschĂ€rft der Befund die Debatte ĂŒber die WettbewerbsfĂ€higkeit des Luftverkehrsstandorts Deutschland. Eine Entlastung bei Steuern und GebĂŒhren könnte die Kosten senken, garantiert aber nicht automatisch neue Strecken. Entscheidend bleibt, ob Airlines dauerhaft genĂŒgend Nachfrage und rentable Einsatzmöglichkeiten fĂŒr ihre Flugzeuge sehen.
Der Artikel bestĂ€tigt den RĂŒckgang des Flugangebots und stellt ihn dem Wachstum anderer europĂ€ischer MĂ€rkte gegenĂŒber. Einen zusĂ€tzlichen Schwerpunkt legt er auf fehlende SitzplĂ€tze, den innerdeutschen Verkehr und die unterschiedlichen Entwicklungen bei Ferien- und GeschĂ€ftsverbindungen.
n-tv: âWarum der SĂŒdwesten fĂŒr Ryanair attraktiv istâ (19.10.2026)
Der Beitrag zeigt, dass sich das Angebot innerhalb Deutschlands unterschiedlich entwickelt. Er beschreibt, dass Ryanair KapazitĂ€ten an einzelnen FlughĂ€fen im SĂŒdwesten ausbauen wolle, wĂ€hrend andere deutsche Standorte Verbindungen verlören, und rĂŒckt dabei Kostenunterschiede der Airports in den Mittelpunkt.
