Deutsche Telekom, T-Mobile US

Deutsche Telekom steigert Gewinn und erhöht Dividende auf 1,10 Euro

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 16:08 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Umsatz und bereinigter operativer Gewinn steigen im dritten Quartal deutlich, zudem hebt der Konzern seine Jahresziele erneut leicht an. An der Börse belastet jedoch der Kursdruck bei T-Mobile US die Telekom-Aktie.

Telekom zwischen US-Beteiligung und KapitalplÀnen

  • Die Deutsche Telekom hĂ€lt etwas mehr als die HĂ€lfte der Anteile an T-Mobile US.
  • Der Konzern will die Dividende um zehn Prozent auf 1,10 Euro je Aktie erhöhen.
  • FĂŒr das kommende Jahr ist ein AktienrĂŒckkauf von bis zu zwei Milliarden Euro vorgesehen.
Die Deutsche Telekom schneidet im dritten Quartal besser ab als von Experten erwartet (Archivbild) - Bild: Oliver Berg/dpa

Deutsche Telekom wÀchst mit T-Mobile US

Die Deutsche Telekom ist im dritten Quartal vor allem dank ihrer US-Tochter T-Mobile US stark gewachsen und hat Umsatz sowie Gewinn stÀrker als erwartet gesteigert. Der Dax-Konzern hob seine Jahresprognose erneut leicht an, doch die Telekom-Aktie gehörte am Donnerstag zu den wenigen Verlierern im Leitindex.

Umsatz und Gewinn legen zu

Der Umsatz stieg um siebeneinhalb Prozent auf etwas mehr als 31 Milliarden Euro. Bereinigt um WĂ€hrungseffekte betrug das Wachstum 5,5 Prozent.

Der bereinigte operative Gewinn erhöhte sich um knapp zehn Prozent auf rund 12,2 Milliarden Euro. Die Prognosen fĂŒr das laufende Jahr wurden erneut leicht angehoben.

Dividende steigt, RĂŒckkauf enttĂ€uscht

Die Deutsche Telekom will die Dividende um zehn Prozent auf 1,10 Euro je Aktie erhöhen. Zudem beabsichtigt das Unternehmen, auch im kommenden Jahr eigene Aktien zurĂŒckzukaufen.

Das Volumen des angekĂŒndigten AktienrĂŒckkaufs von bis zu zwei Milliarden Euro wurde an der Börse jedoch mit EnttĂ€uschung aufgenommen. Die Telekom-Aktie geriet deshalb trotz der guten Quartalszahlen unter Druck.

SpaceX verschÀrft Wettbewerb in den USA

Belastet wurde die Stimmung zusÀtzlich durch den fallenden Kurs der T-Mobile-US-Aktie. SpaceX hatte Mobilfunkfrequenzen erworben und könnte damit zu einem weiteren Wettbewerber im US-Markt werden.

Die Deutsche Telekom hÀlt etwas mehr als die HÀlfte der Anteile an T-Mobile US. Das Aktienpaket an der US-Tochter ist umgerechnet etwas mehr als 80 Milliarden Euro wert.

Fusion mit US-Tochter im GesprÀch

GrĂ¶ĂŸter Anteilseigner der Deutschen Telekom ist der deutsche Staat, der knapp 30 Prozent der Aktien hĂ€lt. Konzernchef Timotheus Höttges treibt einem Bericht zufolge eine Komplettfusion mit T-Mobile US voran.

Im Mittelpunkt stehe demnach zunĂ€chst die UnterstĂŒtzung von Kanzler Friedrich Merz und der Bundesregierung. Eine solche Verbindung wĂ€re eine der grĂ¶ĂŸten Fusionen zweier börsennotierter Unternehmen.

Die Quartalszahlen zeigen ein zweigeteiltes Bild: Operativ wÀchst die Deutsche Telekom weiter, zugleich steigt die AbhÀngigkeit von der US-Tochter T-Mobile US. Deren Börsenwert beeinflusst die Wahrnehmung des Gesamtkonzerns erheblich, weil die Telekom etwas mehr als die HÀlfte an dem US-Unternehmen hÀlt.

US-Markt verÀndert die Perspektive

Der amerikanische Mobilfunkmarkt steht vor zusĂ€tzlichem Wettbewerbsdruck. SpaceX baut seine Satelliten- und MobilfunkaktivitĂ€ten aus, erwirbt Frequenzen und sucht nach Wegen in den klassischen Mobilfunk. Damit könnte sich der Wettbewerb um Kunden, Netzzugang und Frequenzen verschĂ€rfen, auch wenn der Aufbau eines flĂ€chendeckenden Angebots hohe technische und regulatorische HĂŒrden mit sich bringt.

FĂŒr die Telekom bleibt T-Mobile US deshalb zugleich Wachstumsmotor und Risikofaktor. Gute Ergebnisse der Tochter stĂŒtzen Umsatz und Gewinn, Kursverluste an der US-Börse können dagegen den Wert der Beteiligung und damit die Stimmung gegenĂŒber der Telekom belasten.

Kapitalpolitik und FusionsplÀne

Die angekĂŒndigte Dividende von 1,10 Euro je Aktie stĂ€rkt die AusschĂŒttungsperspektive. Der AktienrĂŒckkauf von bis zu zwei Milliarden Euro fĂ€llt dagegen hinter den Erwartungen des Marktes zurĂŒck. FĂŒr Anleger wird damit neben dem operativen Wachstum die Frage wichtiger, wie der Konzern sein Kapital zwischen AusschĂŒttungen, RĂŒckkĂ€ufen und strategischen Vorhaben verteilt.

Eine Komplettfusion mit T-Mobile US hĂ€tte wegen der GrĂ¶ĂŸe und der BeteiligungsverhĂ€ltnisse weitreichende Folgen. DafĂŒr wĂ€ren die UnterstĂŒtzung des deutschen Staates als grĂ¶ĂŸtem Anteilseigner sowie die Zustimmung weiterer beteiligter Stellen entscheidend. FĂŒr Verbraucher könnte eine stĂ€rkere Verzahnung beider Unternehmen vor allem bei Netzausbau, Angeboten und Investitionen relevant werden; konkrete Schritte nennt die Meldung noch nicht.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „Der Börsen-Tag: Telekom will Dividende erhöhen“ (05.11.2026)

Der Beitrag bestĂ€tige das Wachstum bei Umsatz und operativem Gewinn und hebe die leicht angehobenen Jahresziele hervor. Anders als die dpa-Meldung lege er den Schwerpunkt auf die konkreten ZielgrĂ¶ĂŸen von 47,6 Milliarden Euro operativem Gewinn und 20,1 Milliarden Euro Free Cashflow sowie auf Dividende und RĂŒckkauf.

Frankfurter Rundschau: „Musks will eigenes Handynetz haben: SpaceX verhandelt ĂŒber Boost Mobile“ (04.11.2026)

Der Artikel ordne SpaceX’ MobilfunkplĂ€ne ĂŒber mögliche GesprĂ€che mit Boost Mobile ein und beschreibe den Zugang zu Frequenzen, Kunden und NetzkapazitĂ€ten als zentrale HĂŒrden. Damit ergĂ€nze er den in der dpa-Meldung genannten Wettbewerbsdruck fĂŒr T-Mobile US um die konkrete Strategie des möglichen neuen Konkurrenten.

Einigkeit besteht beim operativen Wachstum der Telekom und beim Ausbau von Musks Mobilfunkambitionen. Unterschiedliche Schwerpunkte liegen bei Kapitalzielen beziehungsweise der praktischen Umsetzung des SpaceX-Netzprojekts; offen bleiben die konkreten nÀchsten Schritte einer möglichen Fusion.

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