Ifo-GeschÀftsklima, Pessimismus

Ifo-GeschÀftsklima hellt sich auf - Pessimismus bleibt

27.01.2025 - 11:21:14

Deutsche Unternehmen blicken noch pessimistischer auf die kĂŒnftigen GeschĂ€fte. Da scheint es ein schwacher Trost, dass die momentane Lage etwas gĂŒnstiger gesehen wird.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich zu Jahresbeginn dank einer besseren Bewertung der aktuellen Lage etwas aufgehellt. Das Ifo-GeschĂ€ftsklima stieg im Januar um 0,4 Punkte auf 85,1 ZĂ€hler, wie das Ifo-Institut in MĂŒnchen mitteilte. Dies ist der erste Anstieg nach zwei RĂŒckschlĂ€gen in Folge. Volkswirte hatten mit wenig verĂ€nderten 84,8 Punkten gerechnet. 

Die rund 9.000 vom Ifo-Institut befragten Unternehmen blicken in Summe allerdings noch pessimistischer auf die Zukunft: Der Indexwert fĂŒr die Erwartungen an die kĂŒnftigen GeschĂ€fte sank weiter.

Die aktuelle GeschÀftslage wurde hingegen im Januar besser eingeschÀtzt. Hier stieg der entsprechende Unterindikator um 1,0 Punkte auf 86,1 Punkte und damit deutlich stÀrker als Analysten erwartet hatten.

«Der Anstieg war primĂ€r das Ergebnis einer gĂŒnstigeren Bewertung der gegenwĂ€rtigen Situation», kommentierte Ifo-PrĂ€sident Clemens Fuest.

Stimmung im Dienstleistungssektor besser 

Die Ifo-Umfrage zeigte deutliche Unterschiede in den einzelnen Bereichen der deutschen Wirtschaft. In den Industriebetrieben verschlechterte sich die Stimmung demnach wegen einer wachsenden Skepsis der Unternehmen mit Blick auf die kĂŒnftigen GeschĂ€fte abermals. Dagegen verbesserte sich die Stimmung in den Unternehmen im Bereich Dienstleistungen zu Beginn des Jahres.

«Die deutsche Wirtschaft bleibt pessimistisch», sagt Ifo-Chef Fuest. Nach EinschÀtzung von Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank, ist weiter keine Spur von Aufbruchstimmung in der deutschen Wirtschaft zu erkennen. «Nach diesen Zahlen bleibt die deutsche Wirtschaft auch in der ersten JahreshÀlfte in der Stagnation.»

Ökonomen haben etwas Konjunkturhoffnung 

Nach EinschĂ€tzung von Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg KrĂ€mer zeichnet sich bei wichtigen Stimmungsindikatoren eine Bodenbildung ab. «Das stĂŒtzt die Prognose, dass sich die deutsche Wirtschaft ab dem FrĂŒhjahr wieder etwas nach oben bewegt.» Ein nennenswerter Aufschwung setze aber einen Neustart in der Wirtschaftspolitik voraus.

Auch bei den Finanzierungen fĂŒr Firmen gibt es Lichtblicke. Erstmals seit zwei Jahren wuchs das KreditneugeschĂ€ft der Banken mit dem Unternehmenssektor wieder, schrieb die staatliche Förderbank KfW. Nach einem Anstieg von 1,6 Prozent im dritten Quartal 2024 sei im Schlussquartal mit einem Plus von 2,6 Prozent zu rechnen. 

Die ZollankĂŒndigungen der neuen US-Regierung dĂŒrften zu Vorzieheffekten gefĂŒhrt haben, schrieb die KfW. «Unternehmen nahmen verstĂ€rkt Kredite auf und zogen GeschĂ€fte vor, um einer potenziellen ZolleinfĂŒhrung durch die Regierung von Donald Trump zuvorzukommen.»

@ dpa.de