Deutschland: AuftrĂ€ge fĂŒr Baubranche sinken im Juli - Wohnungsbau stockt
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 09:43 Uhr | dpa, AD HOC NEWSIm Juli sanken die AuftragseingĂ€nge im Bauhautgewerbe kalender- und saisonbereinigt um 9,2 Prozent gemessen am Vormonat. Dabei gab es sowohl im Hochbau RĂŒckgĂ€nge (8,4 Prozent), als auch im Tiefbau (10 Prozent). WĂ€hrend der Hochbau vom Wohnungsbau dominiert wird, zĂ€hlt zum Tiefbau der StraĂen- und BrĂŒckenbau. Im weniger schwankungsanfĂ€lligen Zeitraum von Mai bis Juli war der Auftragseingang noch 2,7 Prozent höher als in den drei Monaten zuvor.
"Die AuftragsbĂŒcher werden dĂŒnner", sagte Felix Pakleppa, HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Baugewerbeverbands ZDB. "Noch arbeiten die Betriebe ab, was vor Monaten bestellt wurde." Doch die Lage bleibe fragil. Der Wohnungsbau komme weiter nicht voran, im Juli seien die AuftrĂ€ge gesunken.
Baugewerbe: "So gelingt kein Bauturbo"
Zum Jahreswechsel drohe ein RĂŒckschlag, sagte Pakleppa. "Die Sonderförderung fĂŒr EH-55-Neubauten lĂ€uft spĂ€testens Ende 2026 aus, fĂŒr 2027 stehen KĂŒrzungen beim Neubau-Etat im Raum, und wie die Förderung ab Januar aussieht, weiĂ weiterhin niemand." Eine FörderlĂŒcke bis Sommer 2027 sei nicht auszuschlieĂen. "So gelingt kein Bauturbo", kritisierte Pakleppa mit Blick auf die BemĂŒhungen der Bundesregierung.
Die Baubranche hatte zuletzt von den Staatsausgaben fĂŒr Infrastruktur profitiert, auch im Wohnungsbau zeichnete sich Besserung ab - die Baugenehmigungen zogen in den vergangenen Monaten stark an. Jedoch belasten gestiegene Zinsen im Zuge des Iran-Kriegs, auch die Baupreise sind nochmals gestiegen.
Im Juli gelang es dem Bauhauptgewerbe noch den Umsatz preisbereinigt um 4,6 Prozent zum Vorjahresmonat zu steigern. Nominal stieg der Erlös um 9,4 Prozent auf 12,1 Milliarden Euro. Die BeschÀftigung wuchs leicht. Alle Angaben beziehen sich auf Unternehmen mit mindestens 20 BeschÀftigten.
