Europa, Deutschland

Deutschland darf Millionen fĂŒr Halbleiterfabriken geben

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 12:13 Uhr, dpa.de

Die EU will die europÀische Halbleiter-Industrie stÀrken. Deutschland darf vier Anlagen in NRW, Schleswig-Holstein, Hessen und Bayern fördern. Was dort geplant ist.

Wafer sind Zwischenprodukte der Halbleiterproduktion. (Symbolbild) - Bild: David Hammersen/dpa
Wafer sind Zwischenprodukte der Halbleiterproduktion. (Symbolbild) - Bild: David Hammersen/dpa

Deutschland darf nach einer Entscheidung der EuropÀischen Kommission vier Halbleiteranlagen mit insgesamt 659 Millionen Euro fördern. «Durch die Förderung von Innovationen im Halbleiterbereich stÀrken wir unsere technologische SouverÀnitÀt und die WettbewerbsfÀhigkeit Europas», teilte die zustÀndige EU-Kommissarin Teresa Ribera dazu mit. 

Deutschland darf damit folgende direkte ZuschĂŒsse bereitstellen:

  • 353 Millionen Euro fĂŒr die SME Element 3-5 GmbH fĂŒr eine Anlage in Baesweiler (Nordrhein-Westfalen). Dort soll laut EU-Kommission eine «weltweit einzigartige Fabrik» entstehen, in der besonders leistungsstarke Wafer hergestellt werden sollen. Wafer werden unter anderem fĂŒr die Herstellung von Mikrochips und Sensoren verwendet und kommen so unter anderem in der Automobilindustrie zum Einsatz. 
  • 214 Millionen Euro fĂŒr die Vishay Siliconix Itzehoe GmbH («Vishay») fĂŒr eine Anlage in Itzehoe (Schleswig-Holstein). Dort sollen spezielle Halbleiterschalter (Power-MOSFETs) hergestellt werden, die ebenfalls in der Automobilindustrie genutzt werden. 
  • 74,4 Millionen Euro fĂŒr die KLA-Tencor MIE GmbH («KLA») fĂŒr eine Anlage in Weilburg (Hessen), unter anderem fĂŒr hochmoderne Film-MessgerĂ€te. Sie werden demnach zur QualitĂ€tskontrolle bei der Massenproduktion von Halbleiterbauelementen eingesetzt und ermöglichen so höhere ProduktivitĂ€t. 
  • 17,9 Millionen Euro fĂŒr die KETEK GmbH fĂŒr eine Anlage in MĂŒnchen (Bayern) zur Herstellung von zwei hoch spezialisierten Chips, die fĂŒr industrielle Sortier- und Recyclingsysteme eingesetzt werden. 

Die Projekte werden laut EU-Kommission jeweils gemeinsam aus dem Bundeshaushalt und von Landesbehörden finanziert. Die Beteiligten haben sich dafĂŒr demnach unter anderem dazu verpflichtet, positive Auswirkungen auf die Halbleiter-Wertschöpfungskette in der EU sicherzustellen und besonders mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen zusammenzuarbeiten. 

Milliarden fĂŒr Europas Halbleiterindustrie

Die EU will die Halbleiterindustrie in Europa stĂ€rken. Sie will ihren Anteil an der weltweiten Halbleiterfertigung bis 2030 auf 20 Prozent steigern. Derzeit liegt der Anteil laut EU-Kommission bei rund 10 Prozent. Verschiedene Mitgliedstaaten haben dafĂŒr nach Angaben der EU-Kommission bereits Projekte mit rund 14 Milliarden Euro unterstĂŒtzt. 

In der EU gelten strenge Regeln, wenn ein Staat heimische Unternehmen mit Finanzspritzen unterstĂŒtzen möchte. Damit soll verhindert werden, dass beispielsweise ein finanzstarkes Land wie Deutschland seinen Firmen einen unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸigen Vorteil verschafft und so etwa Konkurrenz aus dem Markt gedrĂ€ngt wird. Deswegen mĂŒssen Vorhaben wie die nun genehmigten von der EU-Kommission geprĂŒft und freigegeben werden.

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