ROUNDUPKorruptionsindex, Deutschland

Deutschland stagniert auf Platz neun

30.01.2024 - 07:50:04

Deutschland gehört im weltweiten Vergleich weiterhin zu den zehn Staaten mit der geringsten Korruption.

Das geht aus dem "Korruptionswahrnehmungsindex 2023" hervor, den die Organisation Transparency International am Dienstag veröffentlicht hat. In dem internationalen Ranking, das auf EinschĂ€tzungen von FĂŒhrungskrĂ€ften, Experten und Institutionen beruht, liegt die Bundesrepublik unverĂ€ndert auf dem neunten Platz.

Mit 78 von 100 möglichen Punkten erreicht Deutschland exakt den gleichen Wert wie vor zehn Jahren. Damit trete man bei der KorruptionsbekĂ€mpfung mehr oder weniger auf der Stelle, bemĂ€ngelte die stellvertretende Vorsitzende von Transparency Deutschland, Margareta Bause. "Obwohl Deutschland das Problem der Korruption verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig gut im Griff hat, gibt es einige offene Flanken."

Mit dem Bestwert von 90 Punkten steht weiterhin DĂ€nemark an der Spitze, gefolgt von Finnland, Neuseeland und Norwegen. Zwei Drittel der 180 untersuchten LĂ€nder erreichen allerdings weniger als 50 von 100 Punkten. Am Ende der Liste rangieren Krisenstaaten wie Syrien, Venezuela und Somalia. "Wo der Rechtsstaat, unabhĂ€ngige Medien und zivilgesellschaftliche Gruppen geschwĂ€cht werden, dort blĂŒht die Korruption", erklĂ€rte Transparency-Chefin Alexandra Herzog und verwies etwa auf Ungarn: Unter der FĂŒhrung von Viktor Orban ist das Land auf Platz 76 abgerutscht. Ungarn steht damit so schlecht da wie kein anderer EU-Staat.

Nachholbedarf sieht Transparency allerdings auch in Deutschland: So mĂŒssten etwa Schlupflöcher geschlossen werden, um strafrechtlich besser gegen FĂ€lle von Abgeordnetenbestechung vorgehen zu können. SPD, GrĂŒne und FDP hatten bereits im Koalitionsvertrag vereinbart, den Straftatbestand der Abgeordnetenbestechung und -bestechlichkeit wirksamer auszugestalten - doch die Umsetzung dieses Vorhaben lĂ€sst auf sich warten. DarĂŒber hinaus mahnt Transparency ein verbessertes Lobbyregister an, das den konkreten Einfluss von Lobbyisten auf die Gesetzgebung deutlich macht.

FĂŒr den jĂ€hrlich erscheinenden "Korruptionswahrnehmungsindex" werden Daten und Ergebnisse von zwölf unabhĂ€ngigen Institutionen zusammengefĂŒhrt, die sich auf die Analyse von RegierungsfĂŒhrung und Wirtschaftsklima spezialisiert haben. Zu den Quellen gehören unter anderem Untersuchungen und Befragungen der Bertelsmann Stiftung, der Afrikanischen Entwicklungsbank und des Weltwirtschaftsforums.

@ dpa.de