Konjunktur, Zusammenfassung

Deutschland sagt der Ukraine mehr militÀrische Hilfe zu

11.10.2024 - 16:41:24

Deutschland hat der bedrÀngten Ukraine bei einem Besuch von PrÀsident Wolodymyr Selenskyj ein weiteres Waffenpaket von 1,4 Milliarden Euro zugesagt.

Dazu gehörten Luftverteidigungssysteme, Artillerie und Drohnen, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz vor dem Treffen mit Selenskyj im Bundeskanzleramt in Berlin. Das Paket solle bis zum Jahresende zusammen mit Belgien, Norwegen und DÀnemark geliefert werden.

"Deutschland steht weiter fest an der Seite der Ukraine", sagte Scholz. Er verurteilte die Angriffe Russlands auf die Infrastruktur der Ukraine, die zum Ziel hÀtten, den Widerstandswillen der Bevölkerung zu brechen. Das neue Hilfspaket zeige zum einen: "Die Ukraine kann sich auf uns verlassen." Zweitens sei es ein Signal an den russischen PrÀsidenten Wladimir Putin, dass dessen Spiel auf Zeit nicht funktionieren werde.

Scholz: Keinen Diktatfrieden akzeptieren

Er und Selenskyj seien sich einig, dass es eine weitere Friedenskonferenz geben werde, an der auch Russland teilnehmen solle, sagte Scholz und fĂŒgte hinzu: "Klar ist, eine Verwirklichung des Friedens kann nur auf Basis des Völkerrechts geschehen. Das wird noch enorme Anstrengung erfordern." Richtschnur des gemeinsamen Handelns bleibe das BemĂŒhen um einen gerechten und dauerhaften Frieden fĂŒr die Ukraine. "Wir werden keinen Diktatfrieden Russlands akzeptieren", betonte Scholz.

Selenskyj: Krieg könnte schon 2025 vorbei sein

Selenskyj sagte, er wolle in Berlin "realistische Schritte" fĂŒr einen Weg zum Frieden vorstellen. Russland mĂŒsse zum Frieden gezwungen werden, dann könnte der Krieg auch schon 2025 vorbei sein. Auch in London, Paris und Rom hatte er zuvor diese PlĂ€ne vorgestellt.

Es ist der zweite Deutschland-Besuch des ukrainischen PrĂ€sidenten innerhalb von fĂŒnf Wochen und das dritte persönliche GesprĂ€ch mit Scholz in diesem Zeitraum. In Berlin war auch ein Treffen mit BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier geplant. In der Hauptstadt herrschten wegen Selenskyjs Besuch scharfe Sicherheitsvorkehrungen.

Eigentlich wollte Selenskyj am Samstag an einem Ukraine-Gipfel mit 50 verbĂŒndeten LĂ€ndern auf dem US-LuftwaffenstĂŒtzpunkt im rheinland-pfĂ€lzischen Ramstein teilnehmen. Nach der Absage von US-PrĂ€sident Joe Biden wegen des Hurrikans "Milton" wurde der Gipfel aber verschoben. Stattdessen ging Selenskyj auf die Tour zu seinen wichtigsten europĂ€ischen VerbĂŒndeten.

Neues Paket mit Flugabwehr

Deutschland ist nach den USA der zweitgrĂ¶ĂŸte Waffenlieferant fĂŒr die bedrĂ€ngte Ukraine. Zum neuen Hilfspaket sollen weitere Luftverteidigungssysteme vom Typ Iris-T und Skynex, Flakpanzer Gepard, Panzer- und Radhaubitzen, Kampfpanzer, geschĂŒtzte Fahrzeuge, Kampfdrohnen, Radare und Artilleriemunition gehören, sagte Scholz.

"Deutschland hat uns mehr als andere mit Flugabwehr geholfen. Das ist eine Tatsache. Und das rettete Tausende Leben von Ukrainern und gibt unseren StĂ€dten und Dörfern Schutz vor dem russischen Terror", sagte Selenskyj. Er dankte ebenso fĂŒr die politische und wirtschaftliche Hilfe. "Ich danke fĂŒr die gesamte Menge an Hilfen. FĂŒr uns ist es sehr wichtig, dass im nĂ€chsten Jahr die Hilfe nicht geringer wird."

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