Deutschland-Stack, Bundesrechnungshof

Deutschland-Stack: Bundesrechnungshof kritisiert Mängel im Projektmanagement

Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 00:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Bundesrechnungshof beanstandet die Steuerung des Deutschland-Stacks und sieht das mindestens 1,3 Milliarden Euro teure NV-DE-Projekt gefährdet.

Bundesrechnungshof kritisiert Deutschland-Stack und warnt vor Risiken
Ein moderner, leerer Flur in einem Regierungsgebäude mit minimalistischer Architektur und einfallendem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Bundesrechnungshof (BRH) hat erhebliche Defizite bei der Planung und Umsetzung des zentralen Digitalprojekts der Bundesregierung, dem sogenannten Deutschland-Stack, festgestellt. Wie aus entsprechenden Berichten von Anfang August hervorgeht, bemängeln die Rechnungsprüfer sowohl die strategische Steuerung als auch die operative Durchführung des Vorhabens.

Mängel im Projektmanagement und fehlende Standards

Die Kritik der obersten Rechnungsprüfer richtet sich insbesondere gegen das Digitalministerium unter der Leitung von Karsten Wildberger. Dem Ministerium wird vorgeworfen, es versäumt zu haben, frühzeitig Risiken im Projektverlauf zu identifizieren. Zudem fehlten bislang notwendige technische Standards, die für eine erfolgreiche Umsetzung des Deutschland-Stacks essenziell seien.

In seinen Bemerkungen für das Jahr 2025 wies der Bundesrechnungshof unter der Nummer 16 bereits darauf hin, dass das Ministerium das Projekt ohne ein etabliertes Architekturmanagement gestartet habe. Dies berge laut der Behörde das Risiko eines „Blindflugs“ bei der technischen Ausgestaltung. Neben unzureichender Transparenz beanstandete der BRH zudem ein mangelhaftes Projektmanagement, was die Zielerreichung des Vorhabens erschwere.

Finanzielle Risiken und gefährdete Nachfolgeprojekte

Über den Deutschland-Stack hinaus sieht der Bundesrechnungshof auch weitere Infrastrukturprojekte der Bundesverwaltung kritisch. So wurde das Vorhaben „Netzverbund Deutschland“ (NV-DE), das als Nachfolgeprojekt für das bestehende Netz des Bundes (NdB) konzipiert ist, als gefährdet eingestuft. Das finanzielle Volumen dieses Projekts wird auf mindestens 1,3 Milliarden Euro beziffert.

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Das Digitalministerium hält ungeachtet der Kritik an seinem Zeitplan fest und strebt die Bereitstellung des Deutschland-Stacks für Anfang 2028 an. Gleichzeitig gab das Ministerium bekannt, dass ein anderes Vorhaben mit der Bezeichnung IVÖV eingestellt wurde. Für das laufende TAG-Bewerbungsverfahren wurde eine Frist bis zum 28. August 2026 gesetzt.

Bestehende Infrastruktur als technischer Referenzpunkt

Als technischer Maßstab für die geplanten Modernisierungen dient das aktuell betriebene Netz des Bundes (NdB). Diese Infrastruktur umfasst derzeit eine Glasfaserstrecke von 9.600 Kilometern und bietet Übertragungsraten von bis zu 3,8 Tbit/s. Das System wird momentan von etwa 220 Behörden und rund 300.000 Nutzern in Anspruch genommen.

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Mit einer dokumentierten Verfügbarkeit von 99,98 Prozent gilt das NdB laut den vorliegenden Berichten als verlässliche Referenz für die Anforderungen an das künftige Nachfolgeprojekt. Die Prüfer des Bundesrechnungshofs mahnen an, dass die hohe Stabilität des bestehenden Netzes durch die aktuellen Planungsmängel bei den Nachfolgeinitiativen nicht aufs Spiel gesetzt werden dürfe.

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