100 Millionen Euro Zusatz-Winterhilfe fĂŒr Ukraine
17.09.2024 - 14:50:30Es stehe ein weiterer Winterkrieg Russlands bevor, bei dem Moskau das Ziel habe, "das Leben der Menschen in der Ukraine so furchtbar wie möglich zu machen", warnte AuĂenministerin Annalena Baerbock (GrĂŒne) bei der 5. UnterstĂŒtzerkonferenz fĂŒr die kleine ukrainische Nachbarrepublik Moldau in der Hauptstadt Chisinau. Die HĂ€lfte der Energieinfrastruktur der Ukraine sei zerstört worden, sagte Baerbock.
Zahlreiche PartnerlĂ€nder berieten etwa darĂŒber, wie Moldau auf dem Weg in die EuropĂ€ische Union unterstĂŒtzt und besser gegen hybride russische Attacken gerĂŒstet werden kann. "Die gröĂte Sorge hier der Menschen vor Ort ist, dass, wenn die Ukraine fĂ€llt, dann Moldau als nĂ€chstes Land dran ist", sagte Baerbock. Die UnterstĂŒtzerplattform war im April 2022 von ihr zusammen mit Frankreich und RumĂ€nien ins Leben gerufen worden.
Positive Zwischenbilanz der Moldau-UnterstĂŒtzung
Baerbock zog eine positive Zwischenbilanz der UnterstĂŒtzung Moldaus. Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin habe das Land zum Kollaps bringen wollen. "Er hat das Gegenteil erreicht. Moldau ist jetzt, wie die Ukraine, europĂ€ischer Beitrittskandidat." Jetzt gehe es darum, das Land weiter zu stabilisieren.
PrÀsidentin Sandu: Sind im Wettlauf gegen die Zeit
Moldaus PrĂ€sidentin Maia Sandu bat die Partner dringend um anhaltende UnterstĂŒtzung. "Wir befinden uns in einem Wettlauf gegen die Zeit", sagte sie. Wirtschaftlicher Fortschritt sie dabei "entscheidend fĂŒr die StĂ€rkung der UnterstĂŒtzung der Demokratie, und Demokratie ist die beste Grundlage fĂŒr die Schaffung einer prosperierenden Wirtschaft". Moldau sei "bereit, Wachstum und StabilitĂ€t im Inland und in der Region voranzutreiben, aber wir können es nicht allein schaffen."
Referendum ĂŒber EU-Beitritt als Verfassungsziel
Moldau zĂ€hlt zu den Ă€rmsten LĂ€ndern Europas, das Land ist zwischen proeuropĂ€ischen und prorussischen KrĂ€ften gespalten. Wie die Ukraine ist Moldau seit 2022 EU-Beitrittskandidat. Am 20. Oktober wird in Moldau gleichzeitig mit der PrĂ€sidentenwahl in einem Referendum darĂŒber abgestimmt, ob der EU-Beitritt als Ziel in der Verfassung festgeschrieben wird. Damit wĂŒrde der Weg Richtung Europa zementiert. Das Land strebt einen EU-Beitritt bis 2030 an - was aber als sehr ambitioniert gilt.
Gemeinsam habe man darĂŒber gesprochen, wie der Weg Moldaus in die EU mit Reformen im Justizbereich und gegen Korruption unterstĂŒtzt werden könne, sagte Baerbock. So soll sich die Regierung in Chisinau kĂŒnftig wie aus einer Art Werkzeugkasten Bausteine aussuchen zur UnterstĂŒtzung können, etwa fĂŒr die Beratung zur Anpassung an europĂ€ische Standards in der Landwirtschaft oder Trainings fĂŒr die Justiz.
Kooperation im Cyberbereich soll verstÀrkt werden
Mit einer Vereinbarung im Cybersektor wollen Deutschland und Moldau die WiderstandsfĂ€higkeit des Landes gegen Destabilisierungs- und Desinformationskampagnen aus Moskau stĂ€rken. Durch IT-AusrĂŒstung, Informationsaustausch und Trainings trage man dazu bei, Cyberangriffe zu verhindern und Desinformation zu enttarnen, sagte Baerbock. "In diesem hybriden Krieg sind Fake-News-Kampagnen und LĂŒgen von russischen Akteuren eine gezielte Waffe", ergĂ€nzte sie.

