StabilitÀtsrat, Staatshaushalt

StabilitÀtsrat: Staatshaushalt wieder im Defizit

06.05.2024 - 16:42:42

Deutschland wird im Jahr 2024 mehr Geld ausgeben, als es einnehmen wird.

Das strukturelle staatliche Finanzierungsdefizit werde auf etwa 1,25 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, also dem Gesamtwert der Waren und Dienstleistungen geschĂ€tzt, teilte der StabilitĂ€tsrat nach seiner Sitzung am Montag mit. Das Ziel von 0,5 Prozent werde demnach weder in diesem noch in den kommenden vier Jahren erreicht. Der StabilitĂ€tsrat ĂŒberwacht zweimal jĂ€hrlich die HaushaltsfĂŒhrung von Bund und LĂ€ndern.

Durch die Krisen der letzten Jahre seien die Bedingungen fĂŒr die Finanzpolitik weiterhin schwierig, stellte der StabilitĂ€tsrat fest. FĂŒr das laufende Jahr wird ein leichtes Wirtschaftswachstum erwartet, die Inflationsrate werde sich voraussichtlich wieder um den Zielwert der EuropĂ€ischen Zentralbank von zwei Prozent einpendeln. Weitere finanzielle Herausforderungen, wie die StĂ€rkung der inneren und Ă€ußeren Sicherheit, stĂŒnden aber bereits an.

Seit dem 30. April 2024 unterliegt das mittelfristige Haushaltsziel nicht mehr der europĂ€ischen Überwachung, kĂŒnftig sollen lĂ€nderspezifische Ziele festgelegt werden. Die Finanzministerin von Rheinland-Pfalz und Vorsitzende des StabilitĂ€tsrates, Doris Ahnen, begrĂŒĂŸte dies: "Die Reform des europĂ€ischen StabilitĂ€ts- und Wachstumspaktes geht in die richtige Richtung. Es ist aus meiner Sicht zu begrĂŒĂŸen, dass die Notwendigkeit wichtiger Zukunftsinvestitionen im neuen Regelwerk stĂ€rker berĂŒcksichtigt wird", sagte sie.

Laut dem unabhĂ€ngigen Beirat sei es möglich, dass die vorausgesagten Defizite der nĂ€chsten Jahre mit den neuen Vorgaben der europĂ€ischen HaushaltsĂŒberwachung vereinbar sein könnten. Um die Defizite auch ohne Übertreten der Schuldenbremse einzuhalten, mĂŒsse aber dringend politisch gehandelt werden. Der StabilitĂ€tsrat empfahl eine umsichtige, schulden- und wachstumsorientierte mittelfristige Haushaltsstrategie, die Investitionen und Reformen einschließt. Bis 2028 könne das Defizit so auf etwa ein Prozent gesenkt werden.

@ dpa.de