Bayern, Deutschland

Mehr Patente - Industrie verstÀrkt Forschung und Entwicklung

10.03.2026 - 05:05:04 | dpa.de

Deutschlands Industrie ist in der schwierigsten Lage seit Jahrzehnten. Die Bilanz des Patentamts zeigt, wie die Unternehmen auf die technologische Konkurrenz aus China und anderen LĂ€ndern reagieren.

Die Mitarbeiter des Deutschen Patent- und Markenamts in MĂŒnchen hatten 2025 viel zu tun. (Archiv) - Foto: Peter Kneffel/dpa
Die Mitarbeiter des Deutschen Patent- und Markenamts in MĂŒnchen hatten 2025 viel zu tun. (Archiv) - Foto: Peter Kneffel/dpa

Deutschlands Industrie reagiert mit verstĂ€rkter Forschung und Entwicklung auf die technologische Konkurrenz aus China und anderen Nationen. Die Unternehmen haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Neuentwicklungen beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) angemeldet als 2024. Das teilte die MĂŒnchner Bundesbehörde mit. Insgesamt stieg die Zahl der Patentanmeldungen um 4,7 Prozent auf 62.050. 

Der Großteil - 42.349 Anmeldungen - stammte nach wie vor von heimischen Unternehmen, ein Plus von 5,6 Prozent. «In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es ein gutes Zeichen, dass der Schutz von Innovationen gerade fĂŒr Unternehmen aus Deutschland weiter hohe PrioritĂ€t hat», erklĂ€rte DPMA-PrĂ€sidentin Eva Schewior. AuslĂ€ndische Firmen reichten 19.701 Patentanmeldungen ein, das war ein niedrigerer Anstieg von 2,8 Prozent. 

Bosch auf Platz eins

Die zehn Unternehmen mit den meisten Anmeldungen waren sÀmtlich Autohersteller und -zulieferer, darunter acht deutsche Firmen. An erster Stelle lag Bosch, gefolgt von Mercedes-Benz, BMW, Audi, VW, Porsche und Schaeffler. Auf den PlÀtzen acht und neun lagen die US-Konzerne General Motors und Ford, auf dem zehnten Platz dann mit dem Zulieferer ZF wieder ein deutsches Unternehmen. 

ZahlenmĂ€ĂŸig stĂ€rkster Technologiesektor war der Maschinenbau mit 24.338 in- und auslĂ€ndischen Anmeldungen (+2,2 Prozent), gefolgt von der Elektrotechnik mit 19.436 (+ 9,1 Prozent). 

Die alljĂ€hrliche Bilanz des Patent- und Markenamts ist ein Indikator der EntwicklungstĂ€tigkeit der deutschen Industrie. Ein vollstĂ€ndiges Bild liefern die Zahlen nicht, da Siemens und manche anderen deutschen Unternehmen ihre Neuentwicklungen bevorzugt beim ebenfalls in MĂŒnchen sitzenden EuropĂ€ischen Patentamt einreichen. 

Welle der Markenanmeldungen aus China

Dass die deutsche Industrie nicht zuletzt wegen des wirtschaftlichen Aufstiegs Chinas mit einer grundlegend verÀnderten Situation zu kÀmpfen hat, lÀsst sich am deutlichsten in einem anderen Bereich der Statistik ablesen: den Markenanmeldungen. Deren Zahl schoss um knapp 20 Prozent auf 96.328 nach oben. 

Ein Hauptgrund war, dass chinesische Unternehmen die Zahl ihrer Markenanmeldungen im Vergleich zu 2024 fast verdreifachten: von 3.385 auf 10.027. Der Hintergrund: Viele chinesische Firmen haben in den vergangenen Jahren ÜberkapazitĂ€ten aufgebaut und sind dringend auf Exporte angewiesen, um ihre Produktion abzusetzen. Da die US-Regierung unter PrĂ€sident Donald Trump chinesische Importe begrenzen will, drĂ€ngen Unternehmen aus der Volksrepublik verstĂ€rkt nach Europa. So haben chinesische Firmen auf Kundensuche auch ihre PrĂ€senz auf europĂ€ischen Industriemessen stark erhöht.

Patente sind profitabel fĂŒr den Staat

FĂŒr den Staat ist die Arbeit des Patentamts gewinnbringend: Die Behörde erwirtschaftete mit ihren GebĂŒhren 2025 einen Überschuss von 232,6 Millionen Euro, 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr.

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