DGB plant Proteste in 15 Städten: Gegen Renten- und Sozialabbau
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 16:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Grund sind geplante Einschnitte bei Rente, Gesundheit und Familienleistungen.
Demonstrationen in 15 Städten
Am 26. September 2026 will der DGB in 15 deutschen Großstädten auf die Straße gehen. Das Motto: „Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente.“ Die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi warnt vor einer Schwächung des Sozialstaates. Die Proteste folgen auf die Wiederaufnahme der parlamentarischen Arbeit des Bundestages am 7. September.
Rentenpläne und Steuerreform unter Beschuss
Die Gewerkschaften kritisieren vor allem die geplante Rentenreform. Sie sieht ein steigendes Renteneintrittsalter vor. Auch die geplante Einkommensteuerreform stößt auf Skepsis. Der DGB fordert stattdessen eine stärkere Besteuerung großer Vermögen.
Im Gesundheitssektor zeichnen sich ebenfalls Veränderungen ab. Die Regierung hat ein Sparpaket für die gesetzliche Krankenversicherung beschlossen. Es soll die Beitragsstabilität sichern. Die Planungen sehen Entlastungen von 18,8 Milliarden Euro für 2027 und 25,3 Milliarden Euro für 2028 vor. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag soll bei 2,9 Prozent stabilisiert werden – aktuell liegt er bei 3,1 Prozent. Ein Kassenverbandschef bezweifelt jedoch, dass dafür Spielräume vorhanden sind.
Familienleistungen und Grundsicherung betroffen
Zusätzliche Spannungen verursachen geplante Kürzungen bei sozialen Leistungen. Die Regierung unter Kanzler Merz will den monatlichen Sofortzuschlag von 25 Euro pro Kind streichen. Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes kritisiert das Vorhaben scharf. Die Streichung würde einkommensarme Familien mit über einer Milliarde Euro belasten.
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Auch beim Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende und beim Elterngeld stehen Kürzungen zur Debatte. Die Bundesregierung begründet die Maßnahmen mit der angespannten Finanzlage der Kommunen. Zudem ist eine Neuberechnung der Regelsätze in der Grundsicherung vorgesehen. Wohlfahrtsverbände und Kinderschutzorganisationen lehnen das ab.
Erste Protestwelle im Juli
Bereits am 18. Juli 2026 gab es erste Kundgebungen gegen den Sparkurs:
- In Stuttgart demonstrierten bis zu 1.300 Menschen gegen Kürzungen bei Kliniken, Kitas und Kultur.
- In Göttingen forderten hunderte Teilnehmer den Erhalt sozialer Leistungen, ein niedrigeres Renteneintrittsalter und Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich.
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- In Lüdenscheid protestierten rund 300 Menschen, darunter Vertreter der IG Metall, gegen Einschnitte in der Pflege- und Krankenversicherung.
Auch die Partei Die Linke plant eine systematische Protestwelle. Auf einem Parteitag in Potsdam wurde ein Dringlichkeitsantrag vorbereitet. Er sieht lokale Aktionen bis hin zu bundesweiten Demonstrationen gegen Sozialabbau und steigende Verteidigungsausgaben vor. Bereits im Juni hatten in Kiel über 1.500 Menschen gegen die Einschränkung sozialer Leistungen protestiert.
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