DGB-Proteste am 26. September: Gewerkschaften mobilisieren in 15 Städten
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 05:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Deutsche Gewerkschaftsbund mobilisiert bundesweit in 15 Städten zu Protestaktionen gegen geplante Kürzungen der Bundesregierung im Sozialbereich. Unter dem Motto eines hart verdienten Anspruchs auf Arbeit, Gesundheit und Rente fordern die Arbeitnehmervertretungen ein klares Signal für einen handlungsfähigen Sozialstaat, verlässliche Arbeitsplätze, faire Arbeitsbedingungen und die Sicherung von Arbeitnehmerrechten.
Die Aktionen finden vor dem Hintergrund verschärfter Spardiskussionen statt. So leitete der Bundesrat am 25. September 2026 das Verfahren für das Wohngeldgesetz ein, obwohl der Ausschuss für Wohnungswesen zuvor die Ablehnung empfohlen hatte.
Die Pläne der Bundesregierung sehen hier Kürzungen bei den Wohngeldberechtigten um mehrere Milliarden Euro sowie eine Verkleinerung des Empfängerkreises um fast 400.000 Haushalte vor.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren die Ausgaben für das Wohngeld im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 7,4 Prozent auf fast 5 Milliarden Euro gestiegen; rund 1,3 Millionen Haushalte sind auf den Mietzuschuss angewiesen.
Rentenpläne und Einschnitte im Fokus der Kritik
Die Gewerkschaften wenden sich am 26. September 2026 entschieden gegen weitere Vorhaben der Bundespolitik. Kritisiert werden unter anderem Überlegungen für eine schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters, das Aus für die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren sowie eine Attestpflicht bereits ab dem ersten Krankheitstag.
Der DGB fordert stattdessen mehr staatliche Investitionen in die Infrastruktur, ein gesetzliches Rentenniveau von mindestens 50 Prozent und eine effizientere Mittelverwendung im Gesundheitssystem. DGB-Vize Stefan Körzell verwies darauf, dass die Wirtschaft auch ohne Kürzungen im Sozialbereich wachse, nachdem fünf Forschungsinstitute ihre Wachstumsprognose für die Bundesrepublik verdoppelt hatten.
Die SPD strebt an, Reformen in den Bereichen Pflege, Rente und Gesundheit einem gesonderten Prüfverfahren zu unterziehen. Während die Rentenkommission eine längere Lebensarbeitszeit, vorerst steigende Beiträge und die Abschaffung der abschlagsfreien Frührente nach 45 Beitragsjahren vorschlägt, stellen sich drei CDU-Ministerpräsidenten gemeinsam mit Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig gegen dieses Vorhaben. Sie fordern den Erhalt der abschlagsfreien Regelung, flankiert von Übergangsfristen und Härtefallregeln für Beschäftigte unter 65 Jahren mit entsprechenden Versicherungsjahren.
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Im Pflegebereich beabsichtigt das Bundeskabinett, einen Gesetzentwurf auf den Weg zu bringen, der noch 2026 den Bundestag und den Bundesrat passieren soll; ein zuvor geplanter Einschnitt bei den Rentenbeiträgen für pflegende Angehörige wurde darin gestrichen.
Kundgebungen und Aktionen im gesamten Bundesgebiet
Die Proteste verteilen sich auf 15 Großstädte, darunter Berlin, Leipzig, Nürnberg und Freiburg. Die Linkspartei beteiligt sich ebenfalls an den Mobilisierungen. In Essen sprechen die Organisatoren am 26. September 2026 von einer erwarteten Beteiligung von rund 10.000 Menschen; dort tritt im Anschluss an den Demonstrationszug DGB-Chefin Yasmin Fahimi auf.
Wegen des Aufzugs über zentrale Verkehrsachsen stellte die Polizei Essen Einschränkungen im Straßenverkehr sowie auf mehreren Straßenbahn- und Buslinien in Aussicht. Für Teilnehmer wurden kostenfreie Busshuttles aus nordrhein-westfälischen Städten organisiert.
Auch in Hessen und Thüringen gibt es breite Resonanz: Für Frankfurt am Main rechnet der DGB mit bis zu 10.000 Teilnehmenden. Der Bezirksvorsitzende Michael Rudolph hob hervor, dass der Sozialstaat keine freiwillige Leistung darstelle, sondern auf der Arbeitsleistung von Millionen Beschäftigten basiere.
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In Bremen werden am 26. September 2026 rund 7.000 Demonstranten erwartet, in Saarbrücken etwa 5.000 Personen. In Hamburg riefen die DGB-Vorsitzende Tanja Chawla sowie Vertreterinnen der IG Metall und der Gewerkschaft Ver.di zu einer Kundgebung auf dem Rathausmarkt auf, die neben sozialen Themen auch den Schutz der Demokratie thematisiert.
Die IG Metall mobilisiert für den bayerischen Raum insbesondere nach Nürnberg und pocht neben dem Erhalt des Acht-Stunden-Tages und einer Bürgerversicherung auf die Begrenzung von Eigenanteilen in der Pflege.
