DGUV-Umfrage: Ausbilder sollen Praxislücken beim Arbeitsschutz aufzeigen
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 18:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) führt eine neue Online-Befragung zu den Themen Sicherheit und Gesundheit in der betrieblichen Ausbildung durch. Wie aus aktuellen Branchenberichten hervorgeht, soll die Erhebung einen systematischen Überblick über die gelebte Praxis in den Betrieben liefern.
Das Ausbildungspersonal soll dabei konkrete Einschätzungen, eigene Erfahrungen und die vorherrschenden Rahmenbedingungen schildern, damit bestehende Praxislücken im Arbeits- und Gesundheitsschutz identifiziert und gezielt adressiert werden können.
Perspektive des betrieblichen Ausbildungspersonals im Fokus
Die Erhebung wird über das Online-Portal der Unfallversicherung unter befragungen.dguv.de abgewickelt und richtet sich gezielt an Ausbilderinnen und Ausbilder. Diese Gruppe nimmt im betrieblichen Alltag eine zentrale Rolle ein, da sie den Nachwuchskräften nicht nur fachliche Fertigkeiten vermittelt, sondern auch Verhaltensweisen im Umgang mit Gefahrenquellen und physischen sowie psychischen Belastungen vorlebt.
Bislang stehen jedoch nicht alle organisatorischen Details des Projekts fest. Nach Angaben aus entsprechenden Berichten liegen derzeit noch keine konkreten Informationen zur Laufzeit der Umfrage, zum genauen Zielgruppenumfang sowie zu den detaillierten Teilnahmebedingungen vor.
Dennoch soll die systematische Einbindung der Ausbildenden dazu beitragen, den Status quo der Wissensvermittlung und der praktischen Umsetzung im Arbeitsalltag detaillierter als bisher zu erfassen.
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Ergebnisse aus dem DGUV-Barometer Bildungswelt 2026
Der Schritt der Unfallversicherung folgt auf frühere Erhebungen, die vor allem die Seite der Lernenden beleuchtet hatten. Im Rahmen des DGUV-Barometers Bildungswelt 2026, einer repräsentativen Befragung von Auszubildenden und Studierenden im Auftrag der Organisation, zeichnete sich bei den Auszubildenden bereits ein grundsätzlich positiver Trend ab.
Demnach gaben 91 Prozent der befragten Auszubildenden an, dass ihnen Sicherheit und Gesundheit während der betrieblichen Ausbildung bereits vermittelt wurden. Zudem erklärten 72 Prozent der Auszubildenden in dieser Befragung, dass sie sich durch ihre Ausbildung gut oder sehr gut auf ein sicheres und gesundes Arbeiten im späteren Berufsleben vorbereitet fühlen.
Interessant ist dabei der Vergleich zu anderen Bildungswegen: Bei den ebenfalls befragten Studierenden fielen beide Werte laut dem Barometer niedriger aus. Während in der betrieblichen Ausbildung praktische Sicherheitsmaßnahmen fest in die Arbeitsabläufe integriert sind, scheint der Wissenstransfer an Hochschulen weniger flächendeckend zu greifen.
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Identifikation von Praxislücken im Arbeitsalltag
Die nun initiierte Umfrage unter den Ausbildenden setzt an diesen Befunden an und betrachtet die Schnittstelle aus der Sicht der Verantwortlichen. Obwohl ein Großteil der Auszubildenden die Vorbereitung positiv bewertet, bleiben im Alltag Herausforderungen bei der Umsetzung bestehen. Das Ausbildungspersonal sieht sich häufig mit engen Zeitplänen, sich verändernden technischen Arbeitsmitteln und regulatorischen Vorgaben konfrontiert.
Indem die DGUV nun die Einschätzungen und Erfahrungen der Ausbilderinnen und Ausbilder sammelt, sollen mögliche Diskrepanzen zwischen dem theoretisch vermittelten Stoff und der täglichen Arbeitsroutine sichtbar gemacht werden.
Die gewonnenen Erkenntnisse dürften künftig als Grundlage dienen, um Ausbildungsleitfäden zu verfeinern, gezielte Unterstützungsangebote für Betriebe bereitzustellen und den Arbeitsschutz von Beginn der beruflichen Laufbahn an praxisnah zu verankern.
