DGUV-Unfallzahlen, ArbeitsunfÀlle

DGUV-Unfallzahlen: ArbeitsunfÀlle sinken, WegeunfÀlle steigen auf 170.306

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 08:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die DGUV meldet weniger ArbeitsunfÀlle, aber mehr Wege- und SchulwegunfÀlle; lange Arbeitszeiten gehen mit höherem Unfallrisiko einher.

DGUV-Unfallzahlen 2025: ArbeitsunfÀlle sinken, WegeunfÀlle steigen
Leere, moderne Industriehalle mit Betonboden und großen Glasfronten bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat vorlĂ€ufige Zahlen zum Unfallgeschehen fĂŒr das Jahr 2025 vorgelegt. WĂ€hrend die Anzahl der meldepflichtigen ArbeitsunfĂ€lle insgesamt gesunken ist, verzeichnen die UnfallversicherungstrĂ€ger einen Zuwachs bei UnfĂ€llen auf dem Weg zur Arbeit sowie im Bildungssektor. Zudem verdeutlichen aktuelle Analysen einen Zusammenhang zwischen langen Arbeitszeiten und einem erhöhten Unfallrisiko.

RĂŒckgang bei ArbeitsunfĂ€llen und Berufskrankheiten

Nach Angaben der DGUV wurden fĂŒr das Jahr 2025 insgesamt 689.922 meldepflichtige ArbeitsunfĂ€lle registriert. Dies entspricht einem RĂŒckgang von 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die Quote sank demnach auf 19,9 UnfĂ€lle je 1.000 VollzeitĂ€quivalente, was eine Verringerung um 3,2 Prozent bedeutet. In einem weiteren Bericht werden fĂŒr den gleichen Zeitraum 730.598 meldepflichtige ArbeitsunfĂ€lle angefĂŒhrt, was rund 24.000 FĂ€lle weniger als im Vorjahr darstellt.

Die Zahl der tödlichen ArbeitsunfĂ€lle entwickelte sich ebenfalls rĂŒcklĂ€ufig. Je nach Datensatz wurden 299 beziehungsweise 335 TodesfĂ€lle gemeldet, was einen leichten RĂŒckgang gegenĂŒber den Vorjahreswerten von 307 beziehungsweise 345 FĂ€llen bedeutet. Zudem erhielten 9.690 Versicherte erstmals eine Unfallrente, was 233 Personen weniger sind als im Jahr zuvor.

Im Bereich der Berufskrankheiten wurden 91.250 Verdachtsanzeigen gemeldet, ein Zuwachs von 0,6 Prozent. Die Zahl der tatsÀchlichen Anerkennungen sank hingegen um 9,3 Prozent auf 24.340 FÀlle.

Branchenspezifisch meldete die Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) fĂŒr 2025 insgesamt 20.409 ArbeitsunfĂ€lle, ein RĂŒckgang von 8 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr (22.196 UnfĂ€lle).

Steigende Zahlen bei WegeunfÀllen und im Bildungsbereich

Im Gegensatz zum Trend bei den ArbeitsunfÀllen stiegen die WegeunfÀlle von BeschÀftigten leicht an. Die DGUV verzeichnete 170.306 solcher Ereignisse, was einem Plus von 1 Prozent entspricht. Die Zahl der TodesfÀlle auf dem Arbeitsweg stieg dabei von 214 auf 231 Personen an.

Besonders deutlich ist die Zunahme bei SchulwegunfÀllen, die um 3,8 Prozent auf rund 90.700 FÀlle anstiegen. Dabei wurden 25 tödliche UnfÀlle registriert, nachdem es im Vorjahr 15 waren. Insgesamt ereigneten sich in Bildungseinrichtungen 1.032.500 UnfÀlle, eine Steigerung um 2 Prozent.

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Als hĂ€ufigste Ursachen fĂŒr ArbeitsunfĂ€lle identifizierte die DGUV den Kontrollverlust ĂŒber Werkzeuge oder GegenstĂ€nde mit 171.638 FĂ€llen sowie Stolpern, Rutschen und StĂŒrzen mit 163.430 FĂ€llen.

PrÀvention und der Faktor Arbeitszeit

Begleitend zu den Unfallzahlen liefert das DGUV-Barometer 2026 Einblicke in die Einstellung der ErwerbstĂ€tigen zur PrĂ€vention. In einer Befragung von 2.015 Personen gaben 90 Prozent an, dass PrĂ€vention die Krisenfestigkeit von Unternehmen und des Standorts Deutschland stĂ€rke. 89 Prozent betrachteten PrĂ€ventionsmaßnahmen als wichtigen Bestandteil der Krisenvorsorge.

Die Daten weisen zudem auf ein erhöhtes Risiko bei langen Arbeitszeiten hin. Demnach steigt das Unfallrisiko nach der neunten Arbeitsstunde deutlich an. VollzeitkrÀfte arbeiten laut der Erhebung im Schnitt 43,5 Stunden pro Woche, wÀhrend die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit bei 38,5 Stunden liegt.

ErgÀnzende Panel-Ergebnisse des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigen, dass amtliche Statistiken das Geschehen nicht vollstÀndig abbilden, da UnfÀlle mit einer ArbeitsunfÀhigkeit von weniger als drei Tagen nicht meldepflichtig sind.

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Laut RKI berichteten 2,4 Prozent der ErwerbstĂ€tigen von einem Arbeitsunfall innerhalb der letzten zwölf Monate, was hochgerechnet etwa 885.000 Betroffene pro Jahr ergibt. Besonders betroffen seien jĂŒngere MĂ€nner sowie MĂ€nner mit niedrigerem Bildungsstand.

Betriebliche Maßnahmen und Haftungsfragen

Unternehmen reagieren mit spezifischen Programmen auf die Unfallgefahren. Die Deutsche Post weitete ihr PrĂ€ventionsprogramm „ErgoÂČ“ nach einer Pilotphase auf 150 Standorte aus, wodurch Muskel-Skelett-Erkrankungen und StolperunfĂ€lle reduziert werden konnten. Das Unternehmen fordert zudem weiterhin eine gesetzliche Gewichtsgrenze von 23 Kilogramm fĂŒr Pakete.

Experten weisen zudem auf die Haftungsrisiken fĂŒr Bauleiter hin. Sollten PrĂŒftermine fĂŒr BaustellengerĂ€te versĂ€umt werden und im Falle eines Unfalls die notwendige Dokumentation fehlen, drohe eine persönliche Haftung. Eine digitale Wartungsdokumentation könne hierbei helfen, gesetzliche PrĂŒfpflichten einzuhalten.

Wie unvorhersehbar UnfĂ€lle bleiben, zeigte sich kĂŒrzlich in Schwerin, als ein Radbagger bei Umbauarbeiten in der Friesenstraße gegen ein GerĂŒst kippte. Die genaue Ursache und die Folgen fĂŒr den Bauablauf blieben zunĂ€chst ungeklĂ€rt.

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