DHL, AktionÀre

DHL AG: AktionÀre segnen historische Konzernumbau ab

06.05.2026 - 09:18:26 | boerse-global.de

Die Hauptversammlung billigt die Umfirmierung zur DHL AG und die Ausgliederung der Post-Sparte. Verdi sichert ArbeitsplÀtze und TarifvertrÀge.

DHL AG: AktionĂ€re segnen historische Konzernumbau ab - Foto: ĂŒber boerse-global.de
DHL AG: AktionĂ€re segnen historische Konzernumbau ab - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Die AktionĂ€re gaben am Dienstag grĂŒnes Licht fĂŒr eine tiefgreifende Neuordnung der Konzernstruktur. Die börsennotierte Mutter heißt kĂŒnftig DHL AG, die traditionsreiche Post-Sparte wird in eine eigene Tochtergesellschaft ausgegliedert. Rund 190.000 BeschĂ€ftigte in Deutschland bleiben dabei rechtlich geschĂŒtzt.

Strategischer Neuanfang unter dem DHL-Dach

Die Hauptversammlung in Bonn markiert einen Wendepunkt in der Unternehmensgeschichte. Mit einer Zustimmung von 99,95 Prozent stimmten die Anteilseigner fĂŒr die Umbenennung der Konzernmutter. Die kĂŒnftige DHL AG konzentriert sich auf globale Steuerung, konzernĂŒbergreifende Dienste und die Gesamtstrategie.

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Der klassische Brief- und Paketdienst wandert in eine nicht börsennotierte Tochter, die den vertrauten Namen Deutsche Post AG behĂ€lt. Konzernchef Tobias Meyer begrĂŒndete den Schritt mit der Entwicklung des einstigen Staatsbetriebs zum WeltmarktfĂŒhrer: Das InlandsgeschĂ€ft mache heute nur noch rund ein FĂŒnftel der Gesamterlöse aus.

Der Eintrag ins Handelsregister ist fĂŒr den 1. September 2026 vorgesehen. Die Kosten fĂŒr den Umbau beziffert der Konzern auf rund 37 Millionen Euro.

Verdi sichert ArbeitsplÀtze und TarifvertrÀge

Ein zentraler Punkt der Neuordnung war der Schutz der Belegschaft. Die Ausgliederung der Post & Parcel Germany stellt einen BetriebsĂŒbergang nach § 613a BGB dar. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi handelte weitreichende Garantien aus.

Alle bestehenden ArbeitsvertrĂ€ge, GehĂ€lter und Betriebszugehörigkeiten gehen automatisch und unverĂ€ndert auf die neue Tochter ĂŒber. Verdi betonte, dass die TarifvertrĂ€ge und Betriebsvereinbarungen unbefristet weitergelten – ein wichtiger Unterschied zur ĂŒblichen 12-Monats-Frist bei BetriebsĂŒbergĂ€ngen.

Die tĂ€gliche Arbeit der Postboten und Zusteller bleibt unberĂŒhrt. „Das ist ein formaler Rechtsakt, kein Stellenabbau durch die HintertĂŒr“, betonte das Management.

Sparkurs und Briefkrise: 8.000 Stellen weniger

Der Umbau fĂ€llt in eine schwierige Phase fĂŒr den Traditionsbetrieb. Die Briefmengen schrumpfen dramatisch – allein im ersten Quartal 2024 um rund 13 Prozent. Bereits Anfang 2025 kĂŒndigte der Konzern an, 8.000 Stellen in der Post-Sparte abzubauen.

Der Stellenabbau erfolgt sozialvertrĂ€glich ĂŒber natĂŒrliche Fluktuation. Das Programm „Fit for Growth“ soll die Kostenbasis bis 2027 um ĂŒber eine Milliarde Euro verbessern. Trotz der Sparmaßnahmen erhöhte die Hauptversammlung die Dividende auf 1,90 Euro je Aktie – eine AusschĂŒttung von rund 2,1 Milliarden Euro.

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Der im MĂ€rz 2025 vereinbarte Tarifabschluss belastet die Inlandssparte zusĂ€tzlich: FĂŒnf Prozent mehr Lohn ĂŒber 24 Monate, davon drei Prozent ab April 2026. Die Mehrkosten bis Ende 2026: rund 360 Millionen Euro.

Neue Postgesetze schaffen Spielraum

Das modernisierte Postrechtsmodernisierungsgesetz seit Januar 2025 gibt dem Konzern mehr Luft. Statt 80 Prozent der Briefe am nĂ€chsten Tag zuzustellen, reichen nun 95 Prozent innerhalb von drei Tagen. Die NachflĂŒge fĂŒr Briefpost wurden eingestellt.

Doch der Druck bleibt: Das Briefporto von 95 Cent ist bis Ende 2026 von der Bundesnetzagentur festgezurrt. Konzernchef Meyer fordert verlĂ€ssliche Rahmenbedingungen fĂŒr den Universaldienst – immerhin betreibt die Post noch 12.000 Filialen bundesweit.

Analysen sehen in der Ausgliederung einen möglichen Vorboten fĂŒr einen spĂ€teren Verkauf. Meyer widersprach: „Wir sind der geeignetste EigentĂŒmer fĂŒr diese Sparte – solange die wirtschaftlichen und regulatorischen Bedingungen stimmen.“

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