Spitzenweine werden hÀufiger direkt beim Winzer gekauft
27.04.2025 - 03:35:35Liebhaber deutscher Spitzenweine kaufen immer hĂ€ufiger beim Winzer. «Die Leute suchen den direkten Kontakt zum Erzeuger wieder», sagte der PrĂ€sident des Verbands Deutscher PrĂ€dikatsweingĂŒter (VDP), Steffen Christmann, im GesprĂ€ch mit der Deutschen Presse-Agentur in Mainz.Â
Der Anteil des Verkaufs im Direktvertrieb ab Hof habe bei den VDP-Betrieben 2024 um 3,5 Prozentpunkte gegenĂŒber dem Vorjahr zugelegt und liege nun bei einem Drittel (33 Prozent). Bei einigen Betrieben mache der Ab-Hof-Verkauf sogar bis zu 80 Prozent aus. Vor zehn Jahren habe dieser Weg noch als Auslaufmodell gegolten, sagte Christmann.Â
Social Media spielt fĂŒr den Direktvertrieb die entscheidende Rolle
Zum Ab-Hof-Verkauf als zentralem Standbein des Verkaufs kĂ€men noch eigene Onlineshops mit einem Anteil von elf Prozent dazu. Externe Onlineshops machten rund fĂŒnf Prozent am Absatz der Weine der VDP-Betriebe aus. Mehr als ein Viertel dieser Weine werde im Fachhandel verkauft. Fast jede fĂŒnfte Flasche (17 Prozent) direkt an die Gastronomie. Der Lebensmitteleinzelhandel hat einen Anteil von sechs Prozent am Absatz.
Neun von zehn VDP-WeingĂŒtern planen intensivere digitale DirektvertriebsaktivitĂ€ten, wie Christmann berichtet. Ăber eigene Shops, Social Media, Newsletter, Onlineverkostungen oder Podcasts.
Social Media, insbesondere Instagram, spiele beim Direktvertrieb eine entscheidende Rolle. «Die Menschen wollen das Authentische. Sie wollen sehen, was im Alltag passiert und daran teilhaben», sagte Christmann. Entscheidend seien nicht tĂ€gliche Posts, sondern die QualitĂ€t der BeitrĂ€ge.Â
2024er-Jahrgang fÀllt gering aus - Preise aber stabil
Der 2024er-Jahrgang falle aufgrund der extremen Wetterkapriolen - vor allem Frost und hoher Pilzdruck - so klein aus wie zuletzt vor 15 Jahren. GroĂe Preissteigerungen seien aber nicht zu erwarten.Â
Die Preise liegen durchschnittlich zwischen 11,50 Euro fĂŒr einen VDP-Gutswein (0,75 Liter) und 40 Euro fĂŒr die GroĂe Lage. Die sogenannten GroĂen GewĂ€chse kosten in der Regel acht bis neun Euro mehr. Als GroĂe Lage bezeichnet der Verband «die allerbesten Weinberge» seiner Mitgliedsbetriebe, trockene Weine aus diesen Lagen heiĂen GroĂes GewĂ€chs.Â
Zum Vergleich: Der Durchschnittspreis fĂŒr eine Flasche deutschen Wein liegt dem VDP zufolge bei 4,47 Euro - allerdings pro Liter.Â
Absatz stĂ€rker zurĂŒckgegangen als UmsatzÂ
Der Absatz der VDP-WeingĂŒter habe im vergangenen Jahr bei 35,7 Millionen Flaschen gelegen, zehn Prozent weniger als im Vorjahr. Drei Viertel davon bleiben im Inland. Der Umsatz sei aber nur um drei Prozent gesunken, auf etwa 446 Millionen Euro.Â
Die 202 VDP-PrĂ€dikatsweingĂŒter treffen sich an diesem Sonntag und Montag in Mainz zur Weinbörse - der gröĂten Fachmesse fĂŒr deutsche Spitzenweine. Die WeingĂŒter bewirtschaften in Deutschland knapp sechs Prozent der gesamten deutschen RebflĂ€che, aber fast 18 Prozent der Ăko-WeinbauflĂ€che.


