Prognos: Deutsche Industrie bleibt von Auslandslieferungen abhÀngig
03.07.2024 - 05:36:11Zu diesem Fazit kommt das Prognos-Institut in einer am Mittwoch veröffentlichten neuen Studie. Die direkte ImportabhĂ€ngigkeit habe sich trotz steigender Risiken grundsĂ€tzlich wenig verĂ€ndert, in den meisten Branchen aber leicht erhöht, resĂŒmieren die Autoren. Auftraggeber war die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft.
China ist laut Studie im Schnitt aller Branchen die wichtigste Bezugsquelle fĂŒr Vorprodukte und Teile, gefolgt von den USA und Frankreich. Nach dem Wert der importierten Vorprodukte aus aller Welt betrachtet, liegt die Autoindustrie mit 62 Milliarden Euro an der Spitze. Die PlĂ€tze zwei und drei belegen Chemie und Maschinenbau mit jeweils 37 Milliarden Euro.
Eine "kritische Importkonzentration" mit wenigen LieferlÀndern sehen die Autoren jedoch vor allem in Branchen, die eher einfache Vorprodukte importieren. Dazu gehören laut Studie Landwirtschaft, Nahrungsmittel, Bergbau, Holzverarbeitung und Textilien. Auto und Maschinenbau haben der Prognos zufolge weniger anfÀllige Lieferketten, da diese zwei Zweige Vorprodukte und Teile aus vielen verschiedenen LÀndern beziehen.
Doch auch in einigen Kernbranchen inklusive Chemie, auĂerdem Pharma, Datenverarbeitung, Elektronik und Optik, sind "Zahl und der Anteil von Vorleistungs-GĂŒtergruppen mit einer kritischen Importkonzentration ohne inlĂ€ndische Ausweichmöglichkeit groĂ", wie es in der Untersuchung heiĂt.
Eine hohe ImportabhĂ€ngigkeit von einzelnen LĂ€ndern bei LieferausfĂ€llen könne zu empfindlichen Störungen in den industriellen ProduktionsablĂ€ufen fĂŒhren. "Mittelfristig fĂŒhrt aber an einer weiteren Diversifizierung kein Weg vorbei", kommentierte vbw-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Bertram Brossardt, und forderte dafĂŒr politische UnterstĂŒtzung in Form von Freihandelsabkommen und Rohstoffpartnerschaften.

