Lohnfortzahlung, Arbeitgeber

Lohnfortzahlung kostet Arbeitgeber 77 Milliarden Euro

13.09.2024 - 14:00:40

Die Arbeitgeber in Deutschland mussten 2023 laut einer SchĂ€tzung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) 76,7 Milliarden Euro fĂŒr die Lohnfortzahlung ihrer erkrankten BeschĂ€ftigten aufbringen.

Dies sei mehr als doppelt so viel wie noch 2010, berichtete das arbeitgebernahe Institut am Freitag in Köln. "Der hohe BeschĂ€ftigungsstand, Lohnerhöhungen und nicht zuletzt der unverĂ€ndert hohe Krankenstand lassen auch fĂŒr das laufende Jahr keine Trendumkehr erwarten", hieß es. Zuvor hatte die "Rheinische Post" ĂŒber die Studie berichtet. In Deutschland sind Arbeitgeber verpflichtet, bei Krankheit das Gehalt bis zu sechs Wochen lang weiterzuzahlen.

Das Forschungsinstitut sieht die HauptgrĂŒnde fĂŒr den Anstieg seit 2010 in den Lohnsteigerungen und dem BeschĂ€ftigungsaufbau. Aber auch der Krankenstand sei gestiegen. Habe der Dachverband der Betriebskrankenkassen 2010 noch durchschnittlich 13,2 Kalendertage gezĂ€hlt, an denen ihre Mitglieder ein Ă€rztliches Attest vorlegten, so seien es 2022 bereits 22,6 Tage gewesen.

IW: Belegschaften werden Àlter

Eine Ursache fĂŒr den Anstieg des Krankenstandes sieht das IW unter anderem in der demografischen Entwicklung. "In alternden Belegschaften ist damit zu rechnen, dass Krankheitsbilder gehĂ€uft auftreten, die mit zunehmendem Alter öfter vorkommen und wie im Fall der Muskel- und Skeletterkrankungen lĂ€ngere Abwesenheiten zur Folge haben." Auch verĂ€nderten sich die Krankheitsursachen. So habe etwa der Anteil der psychischen Erkrankungen an allen ArbeitsunfĂ€higkeitstagen kontinuierlich zugenommen.

@ dpa.de