Zahl, Arbeitslosen

Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im MĂ€rz gesunken

28.03.2024 - 09:59:59

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist gesunken. Aber nicht so deutlich, wie man es im FrĂŒhjahr gewohnt ist. Aus der Bundesagentur fĂŒr Arbeit kommen zurĂŒckhaltende Töne.

Wohin steuert der Arbeitsmarkt in Deutschland? Der sehnlich erwartete FrĂŒhjahrsaufschwung ist im MĂ€rz nur verhalten ausgefallen. «Die Richtung stimmt seit einer ganzen Weile nicht mehr», sagte die Chefin der Bundesagentur fĂŒr Arbeit (BA), Andrea Nahles, am Donnerstag. Das sei eine schleichende Bewegung, die bald wieder aufhören mĂŒsse. Zugleich betonte sie, es sei nicht an der Zeit, Katastrophentöne anzuschlagen.

Es ist ein Spagat, den die frĂŒhere Arbeitsministerin versucht. Keine Panik schĂŒren, aber auf Risiken und Probleme hinweisen. Es sei fĂŒr Arbeitslose derzeit so schwierig wie selten zuvor, eine neue Stelle zu finden. Das Risiko, seinen Job zu verlieren, steige. Der Bestand an offenen Stellen bei der BA sei im AbwĂ€rtstrend.

«Konjunkturelle Flaute»

Die Zahl der Arbeitslosen ging im MĂ€rz im Vergleich zum Vormonat zurĂŒck - und zwar um 45.000 auf 2,769 Millionen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es allerdings 176.000 mehr. Die Quote lag bei 6 Prozent - nach 6,1 Prozent im Februar. «Arbeitslosigkeit und UnterbeschĂ€ftigung nehmen im MĂ€rz zwar ab, allerdings weniger als sonst in diesem Monat. Die konjunkturelle Flaute macht sich also nach wie vor am Arbeitsmarkt bemerkbar. Insgesamt behauptet er sich aber weiter relativ gut», kommentierte Nahles die Zahlen, die zum Stichtag 13. MĂ€rz erhoben wurden.

Dass der Arbeitsmarkt kein einheitliches Bild bietet, wurde ebenso deutlich: Es gebe Firmen, die Stellen abbauten - und welche, die hÀnderingend Mitarbeiter suchten. Nahles verwies auf sogenannte regionale Arbeitsmarktdrehscheiben, um die Betriebe zusammenzubringen und um den BeschÀftigten rasch zu helfen.

Zugleich warb sie fĂŒr die berufliche Weiterbildung. Zum 1. April tritt die gesetzliche Regelung zum Qualifizierungsgeld in Kraft, das sich vor allem an Betriebe im Strukturwandel richtet. Ziel ist es, BeschĂ€ftigte zu qualifizieren und FachkrĂ€fte zu sichern.

Weniger offene Stellen

707.000 offene Stellen waren bei der BA im MĂ€rz gemeldet. Das waren 70.000 weniger als vor einem Jahr. Bei der Kurzarbeit hatten Betriebe fĂŒr die Zeit vom 1. bis 24. MĂ€rz fĂŒr 48.000 Menschen Kurzarbeit angezeigt - 10.000 weniger als im Vergleichszeitraum des Vormonats.

Beinahe 60 Prozent der Arbeitslosen verfĂŒgen ĂŒber keine abgeschlossene Berufsausbildung - in der Grundsicherung fĂŒr Arbeitsuchende sind es zwei Drittel. «Die schnellen technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen erfordern zudem ein stĂ€ndiges Weiterlernen. Daher ist die berufliche Qualifizierung durch den Erwerb von Teilqualifikationen oder BerufsabschlĂŒssen ein fester Bestandteil der Instrumente aktiver Arbeitsmarktpolitik», stellte die Behörde fest.

281.000 AusbildungsplÀtze unbesetzt

Zur Lage auf dem Ausbildungsmarkt teilte die BA mit, dass sich von Oktober bis MĂ€rz 317.000 Bewerberinnen und Bewerber fĂŒr AusbildungsplĂ€tze gemeldet hĂ€tten. Von ihnen hatten im MĂ€rz 190.000 noch keine Ausbildungsstelle oder eine Alternative gefunden. DemgegenĂŒber stehen 281.000 unbesetzte Ausbildungsstellen. Der Ausbildungsmarkt sei noch sehr stark in Bewegung, hieß es.

@ dpa.de