ROUNDUP, London

London und Paris wollen nukleare Abschreckung koordinieren

10.07.2025 - 19:08:18

Die AtommĂ€chte Großbritannien und Frankreich wollen ihr Abschreckungspotenzial stĂ€rker gemeinsam zur Geltung bringen.

Darauf einigten sich beide LÀnder bei einem gemeinsamen Regierungsgipfel unter der Leitung von Premier Keir Starmer und PrÀsident Emmanuel Macron in London.

Erstmals werde in einer ErklĂ€rung festgeschrieben, dass die Atomwaffen beider LĂ€nder zwar unabhĂ€ngig voneinander seien, aber miteinander koordiniert werden könnten, sagte Starmer bei einer Pressekonferenz im britischen MilitĂ€rhauptquartier Northwood in London. "Von heute an werden unsere Feinde wissen, dass jegliche extreme Bedrohung fĂŒr diesen Kontinent eine Antwort unserer beider Nationen hervorrufen wĂŒrde", so der Labour-Politiker. Die Formulierung dĂŒrfte eine deutliche Warnung an Moskau sein.

Macron betonte, beide LĂ€nder blieben unabhĂ€ngig und souverĂ€n. Man mĂŒsse zusammenarbeiten, um einem "deutlich bedrohlicheren Umfeld" gerecht zu werden, so der Franzose.

Großbritannien und Frankreich sind die einzigen westlichen europĂ€ischen LĂ€nder mit Atomwaffen. Das britische Arsenal ist jedoch von US-TrĂ€gerraketen abhĂ€ngig und eng in die Abschreckung der Nato eingebunden. Derzeit können die Waffen nur von U-Booten abgefeuert werden. London kĂŒndigte jedoch vor Kurzem an, F-35-Kampfjets zu bestellen, die ebenfalls mit US-Nuklearwaffen bestĂŒckt werden können. Frankreichs Atomwaffenarsenal ist sowohl Luft- als auch U-Boot-gestĂŒtzt und unabhĂ€ngig von der Nato und den USA.

Nachfolger fĂŒr Marschflugkörper Storm Shadow

Auch bei konventionellen Waffen wollen Paris und London stĂ€rker zusammenarbeiten. So sollen mehr der gemeinsam entwickelten Marschflugkörper vom Typ Storm Shadow bestellt werden, wie es weiter hieß. Der Storm Shadow wird auch von der Ukraine im Abwehrkampf gegen die russische Invasion eingesetzt. Gleichzeitig solle an einem Nachfolger fĂŒr die Marschflugkörper gearbeitet werden.

Enger zusammenarbeiten wollen die beiden NachbarlĂ€nder auch bei der Entwicklung von Hochfrequenzwaffen, mit denen etwa Drohnen abgefangen werden können. Auch im Bereich der KĂŒnstlichen Intelligenz soll stĂ€rker kooperiert werden, um die FĂ€higkeiten eigener Kampfdrohnen zu erhöhen.

@ dpa.de