Autoindustrie fĂ€hrt Investitionen in Roboter deutlich zurĂŒck
Veröffentlicht am: 25.09.2025 um 14:00 Uhr | dpa.de
Die Autoindustrie in Deutschland hat vergangenes Jahr deutlich weniger in neue Industrieroboter investiert. 2024 wurden rund 7.000 Einheiten installiert - und damit ein Viertel weniger als ein Jahr zuvor, wie aus einem Bericht hervorgeht, den die International Federation of Robotics (IFR) in Frankfurt vorgelegt hat. Es handle sich um den niedrigsten Wert seit 15 Jahren.Â
Besonders betroffen waren den Angaben nach die Automobilzulieferer, die ihre Installationen hierzulande um 34 Prozent auf 2.700 Einheiten reduzierten. Die Hersteller selbst investierten in 4.300 neue Roboter (minus 15 Prozent). 2023 war der Absatz in der Branche noch deutlich gestiegen - unter anderem durch Nachholeffekte aus der Corona-Zeit und Investitionen in E-Auto-Fabriken.
Im Europa-Vergleich zeigen sich Ă€hnliche Tendenzen: Auch andere AutolĂ€nder wie Frankreich (minus 41 Prozent), Tschechien (minus 28 Prozent) und Italien (minus 11 Prozent) meldeten zweistellige RĂŒckgĂ€nge. Im zweitgröĂten Auto-Herstellerland in Europa, Spanien, sank die Zahl der Neuinstallationen um ein Prozent. GröĂere Ausnahme war Ungarn. Durch GroĂprojekte vervierfachte sich der Industrieroboter-Absatz dort. Insgesamt sank die Zahl der 2024 in der europĂ€ischen Autoindustrie installierten Roboter um fĂŒnf Prozent auf 30.650.
Branche in der Krise
IFR-GeneralsekretĂ€rin Susanne Bieller sagte dazu: «Die Automobilindustrie hat ein Absatzproblem - in Deutschland und Europa». Insbesondere die Nachfrage nach E-Autos sei geringer ausgefallen. Unsicherheiten - auch gerade in der Politik - fĂŒhrten dazu, dass Investitionen zurĂŒckgefahren werden. AuĂerdem könnte es sein, dass Investitionszyklen der Firmen ungĂŒnstig gelegen hĂ€tten.Â
Die Autoindustrie ist traditionell der gröĂte Abnehmer fĂŒr Roboter hierzulande, der Anteil an den Neuinstallationen sank aber zwischen 2021 und 2024 von 35 auf 26 Prozent. Das dĂŒrfte auch an der Krise der Branche liegen. Neben dem schleppenden Hochlauf der Elektro-MobilitĂ€t verkaufen die Konzerne deutlich weniger Autos, vor allem in China. US-Zölle belasteten zuletzt zusĂ€tzlich. Bei den Zulieferern sieht es nicht besser aus. Auch hier sind viele Werke nicht ausgelastet. Das drĂŒckt auf den Gewinn - und bedeutet oft: sparen.
Andere Branchen im Aufwind
Insgesamt verzeichnete die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr hingegen ein deutlich geringeres Minus. Die Anzahl neu installierter Roboter lag dem IRF zufolge bei rund 27.000. Das sei das zweitbeste Ergebnis ĂŒberhaupt und liege knapp fĂŒnf Prozent unter dem Rekordwert aus dem Vorjahr. Zum Teil erheblich mehr Roboter installierten demnach die metallverarbeitende Industrie, die Chemie- und Kunststoffindustrie sowie die Elektroindustrie. Insgesamt waren in der deutschen Industrie 2024 rund 279.000 Roboter im Einsatz.
