Bayern, PlÀne

Bayern kritisiert PlÀne zur Beendigung von Kirchenzahlungen

24.08.2024 - 13:15:26

Die bayerische Staatsregierung hat PlÀne der Ampel-Koalition, Staatsleistungen an die Kirchen zu beenden, heftig kritisiert.

Die Koalition wolle den LĂ€ndern mit der Brechstange ein Gesetz aufzwingen, dessen haushaltspolitische Dimensionen die BundeslĂ€nder ĂŒber Jahrzehnte belasten wĂŒrden, sagte Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann der Deutschen Presse-Agentur.

"Ein solches pharisĂ€erhaftes Vorhaben legt nicht nur die Axt an die Kulturhoheit der LĂ€nder, sondern an all das, was die Kirchen als StĂŒtze unseres Sozialsystems ausmacht, etwa bei KindergĂ€rten, Kliniken oder Altenheimen", sagte Herrmann. Offenbar wolle die Ampel-Koalition "auf den letzten Metern ihres Daseins" noch ihre gesellschaftspolitische Agenda durchdrĂŒcken.

Geld fließt als Ausgleich fĂŒr Enteignungen

Die Kirchen in Deutschland bekommen die Staatsleistungen fĂŒr die Enteignung deutscher Kirchen und Klöster Anfang des 19. Jahrhunderts im Rahmen der SĂ€kularisierung. Außer Hamburg und Bremen zahlen deshalb alle BundeslĂ€nder eine jĂ€hrliche Summe an die katholische und die evangelische Kirche. Zuletzt waren es bundesweit insgesamt rund 550 Millionen Euro pro Jahr. Aus Bayern fließen laut Haushaltsplan 80 Millionen Euro fĂŒr die katholische und 26 Millionen fĂŒr die evangelische Kirche - dazu kommen noch GebĂ€udeaufwendungen in Höhe von 28 Millionen Euro fĂŒr beide Konfessionen zusammen, wie das Kultusministerium auf dpa-Anfrage mitteilte.

Die Ampel-Koalition will noch im Herbst einen Gesetzentwurf zur langfristigen Abschaffung von Staatsleistungen an die Kirchen vorlegen, obwohl die BundeslĂ€nder das Projekt ablehnen. Die Reform soll so gestaltet werden, dass der Bundesrat nicht zustimmen mĂŒsse. "Die Blockadehaltung der LĂ€nder zwingt die Koalition leider dazu, diesen Weg zu gehen", sagte die FDP-Politikerin Sandra Bubendorfer-Licht.

Staat und Kirche entflechten

Weil das Geld aus Steuermitteln stammt und damit von allen Steuerzahlern, mĂŒssen auch diejenigen mitzahlen, die gar nicht einer Glaubensgemeinschaft angehören. Diese Gruppe wird von Jahr zu Jahr grĂ¶ĂŸer, Hunderttausende treten jedes Jahr aus den Kirchen aus. Die Ampel-Regierung will die Kirchen deshalb nun auszahlen und Kirche und Staat so entflechten. Aufbringen mĂŒssten die Ablösesumme aber wohl die LĂ€nder - und hier gibt es klaren Widerstand.

Niedersachsens MinisterprĂ€sident Stephan Weil (SPD) hatte bereits betont, die LĂ€nder seien sich in ihrer Ablehnung "sehr einig". "Ich kann nur dazu raten, diese PlĂ€ne nicht weiterzuverfolgen", sagte er der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung". Die Haushaltslage in vielen BundeslĂ€ndern sei so angespannt, dass Ablösezahlungen an die Kirchen in absehbarer Zeit schlichtweg nicht möglich seien.

@ dpa.de