Katar: Nahezu 'Stillstand' bei GesprÀchen zur Waffenruhe im Gaza-Krieg
14.05.2024 - 11:18:04Es gebe grundlegende Unstimmigkeiten zwischen der islamistischen Hamas und Israel, sagte der katarische MinisterprÀsident Mohammed bin Abdulrahman Al Thani am Dienstag beim Wirtschaftsforum in der Hauptstadt Doha.
Eine Seite wolle den Krieg beenden und dann ĂŒber die Geiseln sprechen, die andere Seite wolle die Geiseln befreien und den Krieg fortsetzen. "Solange es keine Einigkeit bei diesen beiden Dingen gibt, werden wir zu keinem Ergebnis kommen", so Al Thani. Sollten sich beide Parteien darĂŒber einig werden, dass sowohl eine Feuerpause als auch eine Einigung ĂŒber die Geiseln notwendig seien, könne es innerhalb weniger Tage zu einem Deal kommen.
Die Hamas forderte bis zuletzt einen umfassenden Waffenstillstand, einschlieĂlich eines vollstĂ€ndigen Abzugs der israelischen Armee aus dem Gazastreifen. Israel, das die komplette Zerschlagung der Hamas zum Ziel erklĂ€rt hat, lehnte dies bisher ab.
Zu einer möglichen Ausweisung der Hamas-FĂŒhrung aus Katar sagte der MinisterprĂ€sident: "Wir glauben, dass es in diesem Bereich nichts zu erwarten gibt, solange der Krieg andauert und Kommunikationsbedarf besteht." Die PrĂ€senz der Hamas in Katar diene hauptsĂ€chlich der Kommunikation. Die dadurch geschaffenen KanĂ€le zwischen der Hamas, Israel und den USA hĂ€tten sich in der Vergangenheit als nĂŒtzlich erwiesen. So sei unter anderem die einwöchige Feuerpause im November vergangenen Jahres zustande gekommen. Dabei wurden auch rund 100 Geiseln im Gegenzug fĂŒr 240 palĂ€stinensische HĂ€ftlinge freigelassen.
Israel und die Hamas verhandeln nicht direkt miteinander. Katar, Ăgypten und die USA treten deshalb als Vermittler auf. Ziel der GesprĂ€che ist es, die Freilassung von Geiseln in der Gewalt der Hamas im Austausch fĂŒr palĂ€stinensische HĂ€ftlinge in israelischen GefĂ€ngnissen sowie eine Waffenpause zu erzielen. Die bislang letzte Verhandlungsrunde in der Ă€gyptischen Hauptstadt Kairo blieb ergebnislos. Der Schwerpunkt der GesprĂ€che war zuletzt aus Katar nach Ăgypten verlegt worden.

