BeschĂ€ftigung von GeflĂŒchteten nimmt zu
14.04.2024 - 09:32:03Der Ende vergangenen Jahres ins Leben gerufene sogenannte Job-Turbo beginne zu greifen, sagte der Bundesbeauftragte fĂŒr die Integration von GeflĂŒchteten in den Arbeitsmarkt, Daniel Terzenbach, in einem GesprĂ€ch mit der Deutschen Presse-Agentur. Der Job-Turbo soll helfen, freie Stellen mit GeflĂŒchteten zu besetzen. "Wir sehen, dass der Job-Turbo in die richtige Richtung geht, je intensiver wir mit den Menschen arbeiten - und das, obwohl die Konjunktur gerade schlecht ist", betonte er.
"Wir haben im MĂ€rz 2023 rund 2500 und im MĂ€rz 2024 schon weit ĂŒber 5000 Ukrainerinnen und Ukrainer in Arbeit gebracht", sagte Terzenbach. "Wir haben ĂŒber 170 000 Arbeitslose mehr als im Vorjahresmonat und trotzdem nimmt die BeschĂ€ftigung der Ukrainerinnen und Ukrainer deutlich zu." Auch aus den acht AsylherkunftslĂ€ndern - vor allem Syrien und Afghanistan - sei die BeschĂ€ftigung nach oben gegangen. Aus dieser Gruppe gingen im MĂ€rz 13 076 Menschen in den ersten Arbeitsmarkt. Im MĂ€rz 2023 waren es - bei einer insgesamt noch gĂŒnstigeren Arbeitsmarktsituation - nur 11 155.
"Die GeflĂŒchteten, die 2015 und 2016 in der ersten Fluchtbewegung nach Deutschland gekommen sind, sind auch im internationalen Vergleich ĂŒberdurchschnittlich im Arbeitsmarkt integriert. Da ist eine ganze Menge Arbeitsintegration gelaufen", sagte Terzenbach. So seien etwa 70 Prozent der MĂ€nner aus Syrien im Job. "Wir haben bei der Frauenintegration noch etwas nachzuholen", bekannte er.
Terzenbach will es kĂŒnftig vermeiden, gerade die weitgehend gut vorgebildeten Ukrainer zu lange in Deutsch- oder anderen Kursen verharren zu lassen. Es gelte, die Menschen schnell in den Job zu bringen. Die Qualifizierung solle dann aber weitergehen, um dem Mangel besonders an Fachpersonal zu begegnen. "Wenn GeflĂŒchtete Arbeit aufnehmen, darf man nicht aufhören, Sprache zu fördern und in Qualifizierung zu investieren. FrĂŒher hat man, wenn die Menschen in Arbeit waren, hĂ€ufig aufgehört, sie in irgendeiner Art und Weise weiter zu fördern", sagte er.
Eine Ărztin aus der Ukraine könne etwa im Krankenhaus auch ohne deutsche Approbation zunĂ€chst mitlaufen und wichtige HilfstĂ€tigkeiten verrichten - ehe sie spĂ€ter die Approbation in Deutschland erwerben könne und als vollstĂ€ndige Medizinerin tĂ€tig werde. Ăhnliche Möglichkeiten gebe es auch in anderen Berufen.
Eine Erkenntnis aus der bisherigen Arbeit mit GeflĂŒchteten sei auch, dass die Arbeitsvermittlung viel enger mit deren Community zusammenarbeite. "Wir wissen jetzt, wie wichtig es ist, die Interessenvertretungen wie MigrationsverbĂ€nde, WohlfahrtsverbĂ€nde, Ehrenamtsstrukturen viel stĂ€rker in die Arbeitsmarktintegration einzubeziehen", sagte Terzenbach. "Wir mĂŒssen mehr in den Social-Media-KanĂ€len prĂ€sent sein, um zum Beispiel Desinformation entgegenzuwirken", erklĂ€rte er. Hier gebe es etwa bereits Kooperationen mit der ukrainischen Botschaft.
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