Arbeitsagentur will Inder verstÀrkt in Deutschland halten
23.10.2024 - 10:55:40Derzeit seien junge Leute aus Indien die gröĂte nationale Gruppe von auslĂ€ndischen Studierenden an den deutschen Hochschulen, noch vor den Chinesen, sagte Vanessa Ahuja, im Vorstand der Bundesagentur zustĂ€ndig fĂŒr die Gewinnung auslĂ€ndischer FachkrĂ€fte, der Deutschen Presse-Agentur. Nur etwas mehr als ein Drittel aller auslĂ€ndischen Studierenden bleibe bisher nach dem Studium mehr als zehn Jahre in Deutschland - die GrĂŒnde reichten von Sprachhemmnissen bis zu Diskriminierungserfahrungen.
Acht Prozent der jungen Inder bis 35 Jahre könnten sich vorstellen, in einem anderen Land der Welt zu leben und zu arbeiten, sagte Ahuja, die in dieser Woche an den deutsch-indischen Regierungskonsultationen teilnimmt. Das entspricht angesichts des Bevölkerungsreichtums Indiens einem Potenzial von bis zu 40 Millionen Menschen. Der indische Arbeitsmarkt könne derzeit keine ausreichenden Perspektiven bieten.
Studium und Arbeitsmarkt zu wenig verzahnt
Die Bundesagentur verfolge die Strategie, einerseits FachkrĂ€fte aus Indien nach Deutschland zu holen, vor allem aber die indischen Studierenden in Deutschland zu halten. "Da sehen wir schon noch hohes Potenzial", sagte Ahuja. Herausforderungen seien bisher vor allem die deutsche Sprache und die HĂŒrde, mit Unternehmen in Kontakt zu kommen. Es gehe um Fragen des Arbeitsrechts, der Sozialversicherung, aber auch kulturelle Fragen. "Das Studium in Deutschland und der Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt sind zu wenig verzahnt. Diese LĂŒcke wollen wir schlieĂen."
Es brauche deutsche Sprachangebote bereits an den UniversitÀten. "Viele indische Studierende studieren in Deutschland auf Englisch. Aber der deutsche Arbeitsmarkt ist deutschsprachig", sagte sie. "Die deutsche Sprache ist wichtig, um dauerhaft in Deutschland zu leben."
Personalmangel ist ein groĂes Wachstumshemmnis
Aktuell sind 138.000 Inderinnen und Inder in Deutschland sozialversicherungspflichtig beschĂ€ftigt, das sind 85.000 mehr als noch fĂŒnf Jahre zuvor. Sie verdienen im Mittel rund 5.300 Euro brutto- der gesamtdeutsche Median liegt bei 3.796 Euro. 54 Prozent derInder in Deutschland gelten als hoch qualifiziert.
Zuwanderer vor allem aus Nicht-EU-LĂ€ndern sind seit Jahren bereits die einzige Gruppe, die die BeschĂ€ftigung in Deutschland noch wachsen lĂ€sst - in der stark alternden deutschen Bevölkerung sinkt die BeschĂ€ftigung. Personalmangel gilt als eines der gröĂten Wachstumshemmnisse in Deutschland.

