ROUNDUPSpionage, China

Anklage in Koblenz

25.08.2025 - 12:12:22

Die Bundesanwaltschaft hat einen US-Amerikaner, der auf einem MilitĂ€rstĂŒtzpunkt in Deutschland arbeitete, wegen mutmaßlicher Spionage fĂŒr China angeklagt.

Die Karlsruher Behörde wirft dem Mann vor, einem chinesischen Nachrichtendienst sensible Informationen des US-MilitÀrs angeboten zu haben.

"Der Beschuldigte ist hinreichend verdĂ€chtig, sich in einem besonders schweren Fall gegenĂŒber einem auslĂ€ndischen Geheimdienst zur geheimdienstlichen AgententĂ€tigkeit bereit erklĂ€rt zu haben", heißt es in einer Mitteilung. Der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Koblenz muss entscheiden, ob er die Anklage zulĂ€sst und einen Prozess ansetzt.

Der Mann soll zwischen 2017 und FrĂŒhjahr 2023 fĂŒr einen zivilen Vertragspartner des US-Verteidigungsministeriums gearbeitet haben, teilte die oberste Anklagebehörde mit. "SpĂ€testens seit 2020 ĂŒbte er seine TĂ€tigkeit auf einem US-amerikanischen MilitĂ€rstĂŒtzpunkt in Deutschland aus." Im Sommer 2024 habe der Mann mehrfach chinesische staatliche Stellen kontaktiert und die Übermittlung sensibler Informationen des US-amerikanischen MilitĂ€rs zur Weiterleitung an einen chinesischen Nachrichtendienst angeboten.

Unzufrieden mit Arbeitgeber?

Zu einer Übermittlung von Daten an chinesische Stellen soll es nach ersten Erkenntnissen seinerzeit allerdings nicht gekommen sein. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll der Mann unzufrieden mit seinem frĂŒheren Arbeitgeber gewesen sein. Ob dies möglicherweise ein Motiv des US-Amerikaners war, sollte das Ermittlungsverfahren klĂ€ren.

Beamte des Bundeskriminalamts hatten den Mann Anfang November in Frankfurt am Main festgenommen. Zudem wurde die Wohnung des Beschuldigten durchsucht. Er sitzt seither in Untersuchungshaft. Bei den Ermittlungen habe die Bundesanwaltschaft eng mit dem Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz zusammengearbeitet, hieß es damals in der Mitteilung.

Kein Einzelfall

Die Bundesanwaltschaft hatte in den vergangenen Monaten mehrere Menschen festnehmen lassen, die fĂŒr einen chinesischen Geheimdienst spioniert haben sollen. Aufsehen erregte im April 2024 vor allem die Festnahme eines Ex-Mitarbeiters des AfD-Europaabgeordneten Maximilian Krah. Dieser soll Informationen aus dem EU-Parlament ĂŒbermittelt und chinesische Oppositionelle in Deutschland ausgespĂ€ht haben. Der Prozess hierzu lĂ€uft.

@ dpa.de