Wohnungsbau, Wohnungsmangel

Bundesbank: Baukredit-Zinsen stÀrker gestiegen als erwartet

26.06.2023 - 12:21:19 | dpa.de

Die Bundesbank sieht derzeit eine unerwartete Zins-Entwicklung vor allem bei Wohnungsbaukrediten.

Neubau von Wohnungen am Kölner Stadtwald. - Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Die Zinsen fĂŒr Baukredite sind der Bundesbank zufolge seit FrĂŒhjahr 2022 in Deutschland im historischen Vergleich unerwartet stark gestiegen. Bei der Weitergabe der Zinserhöhungen der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) an Sparer lassen sich Kreditinstitute dagegen teils mehr Zeit als in der Vergangenheit, wie aus dem am Montag veröffentlichten Monatsbericht der Notenbank hervorgeht. Es sei zwar ĂŒblich, dass verschiedene BankzinssĂ€tze in unterschiedlichem Umfang und Tempo auf Änderungen der MarktzinssĂ€tze reagierten. Die Analyse zeige jedoch, «dass die Banken in Deutschland den Zinssatz fĂŒr Wohnungsbaukredite an private Haushalte seit Mai 2022 stĂ€rker angehoben haben als zu erwarten gewesen wĂ€re».

Die Bundesbank-Experten fĂŒhren dies in erster Linie auf deutlich gestiegene Kreditrisiken zurĂŒck. Die gestiegenen Zinsen im Euro-Raum sind fĂŒr die Branche nach Jahren negativer Zinsen mittelfristig zwar positiv. Kurzfristig jedoch entstehen auch dort Risiken, weil höhere Zinsen Kreditnehmer zusĂ€tzlich belasten.

Leitzinsen bislang acht Mal in Folge erhöht

Im Kampf gegen die hartnĂ€ckig hohe Inflation haben die Euro-WĂ€hrungshĂŒter seit Juli 2022 die Leitzinsen im gemeinsamen WĂ€hrungsraum in einer beispiellosen Serie bislang acht Mal in Folge erhöht.

Mehr Zeit als bei Bauzinsen lassen sich Banken und Sparkassen der Bundesbank zufolge dagegen mit Zinsanhebungen fĂŒr Sparer bei tĂ€glich fĂ€lligen Einlagen wie Tagesgeld. Zwar seien diese auch frĂŒher nach Leitzinserhöhungen vergleichsweise langsam gestiegen. «Seit September 2022 ist die Zinsweitergabe jedoch noch trĂ€ger als in der Vergangenheit», schrieben die Experten. Dies könne an einem unvollstĂ€ndigen Wettbewerb im Bankenbereich liegen. Ein weiterer Grund könne die zögerliche Reaktion von Sparern auf niedrige Zinsen sein.

Nach EinschĂ€tzung der Notenbank zieht der Wettbewerb der Institute um die Gelder der Kunden aber allmĂ€hlich an. Bankkunden könnten daher perspektivisch von steigenden Zinsen profitieren. Nach Daten des Vergleichsportals Verivox gibt es fĂŒr Tagesgeld, auf das Sparer jederzeit unbegrenzt zugreifen können, in der Spitze inzwischen Zinsen von 3 Prozent und mehr (Stand: 6. Juni). Bei den meisten GeldhĂ€usern gilt das in der Regel aber nur fĂŒr Neukunden oder neu angelegtes Geld und ist auf wenige Monate befristet.

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
wirtschaft | 63812034 |