ZurĂŒckweisungen, Asylsuchenden

160 ZurĂŒckweisungen von Asylsuchenden bei Kontrollen an der Grenze

05.06.2025 - 13:20:10

Die Bundespolizei hat seit der VerschĂ€rfung der Grenzkontrollen vor vier Wochen 160 Asylsuchende zurĂŒckgewiesen.

Das teilte die Behörde in Potsdam mit. Die Zahlen beziehen sich auf die Kontrollen an den Landgrenzen im Zeitraum vom 8. Mai bis 4. Juni.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte wenige Stunden nach seinem Amtsantritt am 7. Mai eine Intensivierung der Grenzkontrollen verfĂŒgt. Er ordnete auch an, dass Asylsuchende an der Grenze zurĂŒckgewiesen werden können.

Dem liegt Paragraf 18, Absatz 2 des Asylgesetzes zugrunde. An der Stelle im deutschen Asylgesetz steht, dass die Einreise verweigert werden kann, wenn es Anhaltspunkte dafĂŒr gibt, dass ein anderer Staat fĂŒr die DurchfĂŒhrung des Asylverfahrens zustĂ€ndig ist.

Insgesamt 4.128 unerlaubte Einreisen

Die Bundespolizei stellte in den vier Wochen insgesamt 4.128 unerlaubte Einreisen fest. 3.279 Menschen seien unmittelbar an der Grenze oder im Zusammenhang mit dem illegalen GrenzĂŒbertritt zurĂŒckgewiesen oder zurĂŒckgeschoben worden, teilte die Behörde mit. Menschen, die kein Asylgesuch vorbringen und AuslĂ€nder mit Wiedereinreisesperre waren schon vor der von Dobrindt am 7. Mai erlassenen Anordnung zurĂŒckgewiesen worden.

Im Zuge der Grenzkontrollen wurden laut Bundespolizei binnen vier Wochen zudem 138 Schleuser festgenommen.

Das Verwaltungsgericht Berlin hatte am Montag in einer Eilentscheidung festgestellt, die ZurĂŒckweisung dreier Somalier bei einer Grenzkontrolle am Bahnhof Frankfurt (Oder) sei rechtswidrig gewesen. Ohne eine KlĂ€rung, welcher EU-Staat fĂŒr einen Asylantrag der Betroffenen zustĂ€ndig sei, dĂŒrften sie nicht abgewiesen werden. Die drei Betroffenen waren nach Polen zurĂŒckgeschickt worden. Bundesinnenminister Dobrindt sagte, man werde die Entscheidung, die sich auf EinzelfĂ€lle beziehe, befolgen. An der bisherigen Praxis an den Grenzen wolle man aber festhalten.

@ dpa.de