Regierungssprecherin, Bundeskanzler

Regierungssprecherin: Bundeskanzler hat Putin nicht gratuliert

18.03.2024 - 13:06:37

Die Bundesregierung hat die AblÀufe bei der PrÀsidentschaftswahl in Russland scharf kritisiert.

"Der Bundeskanzler hat nicht gratuliert. Und Sie wissen ja, dass wir diese sogenannte Wahl in Russland vom vergangenen Wochenende als weder frei noch fair ansehen", sagte Sprecherin Christiane Hoffmann am Montag auf Nachfrage von Journalisten in Berlin.

Das Ergebnis der Abstimmung in Russland habe schon vorab festgestanden, hieß es weiter. "Es ist keine demokratische Wahl gewesen nach unserer EinschĂ€tzung, und echte Gegenkandidaten waren nicht zugelassen." Es habe ein "Klima der EinschĂŒchterung" geherrscht und Verhaftungen gegeben. "Es gibt keine Meinungsfreiheit in Russland. Russland, das hat ja der Bundeskanzler auch bereits gesagt, ist heute eine Diktatur und wird von Wladimir Putin autoritĂ€r beherrscht", sagte Hoffmann.

Die russische PrĂ€sidentschaftswahl vom Wochenende wird von massiven ManipulationsvorwĂŒrfen ĂŒberschattet. Nach der AuszĂ€hlung von 98 Prozent der Stimmzettel erhielt Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin laut Wahlkommission mehr als 87 Prozent der Stimmen - ein Rekordergebnis, das Beobachtern zufolge allerdings nur durch Repression, Zwang und Betrug erreicht worden sein soll. Putin ist mittlerweile seit rund einem Vierteljahrhundert in Russland an der Macht.

Die Bundesregierung verurteilt nach Angaben von Regierungssprecherin Hoffmann auch, dass Russland die Wahl in den besetzten Gebieten in der Ukraine abgehalten hat. Die Wahl sei "Ă€ußerst problematisch", hieß es. "Wir erkennen das natĂŒrlich in keiner Weise an, und nur die Ukraine hĂ€tte das Recht, auf diesem Territorium auch Wahlen durchzufĂŒhren. Das ist unsere Beurteilung dieser sogenannten Wahl, und deshalb hat der Bundeskanzler auch nicht gratuliert", sagte Hoffmann.

Einem Sprecher des AuswĂ€rtigen Amts zufolge hat die Bundesregierung auch nicht vor, in irgendeiner anderen Form Putin zu gratulieren. Die "Schein-Wahlen", die Russland abgehalten habe, beschrĂ€nkten sich nicht nur auf die Ukraine. Auch in Transnistrien sowie in den georgischen Gebieten Abchasien und SĂŒdossetien habe Russland völkerrechtswidrig WahlbĂŒros organisiert, erklĂ€rte der Sprecher. Hier werde versucht, ĂŒber Abstimmungen die IntegritĂ€t der jeweils betroffenen LĂ€nder zu untergraben. "Wir werden die Ergebnisse solcher Schein-Wahlen nicht anerkennen", bekrĂ€ftigte er.

@ dpa.de