Deutschland, Verkehr

E-Auto-Laden soll so einfach werden wie Tanken

19.11.2025 - 12:21:25

Die Bundesregierung legt einen neuen Fahrplan zu LadesÀulen vor. Das Ziel: E-MobilitÀt einfach, zuverlÀssig und bezahlbar machen.

  • Bei den Preisen fĂŒr den Ladestrom soll es Transparenz geben. - Foto: Julian Stratenschulte/dpa

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  • Die Bundesregierung will ElektromobilitĂ€t einfach, zuverlĂ€ssig und bezahlbar machen. - Foto: Bernd Weißbrod/dpa

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Bei den Preisen fĂŒr den Ladestrom soll es Transparenz geben. - Foto: Julian Stratenschulte/dpaDie Bundesregierung will ElektromobilitĂ€t einfach, zuverlĂ€ssig und bezahlbar machen. - Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Laden soll so einfach werden wie Tanken - das ist das Ziel der Bundesregierung. Das Kabinett hat einen «Masterplan Ladeinfrastruktur 2030» beschlossen. Ein zentraler Punkt: «Beim Bezahlen und der Abrechnung soll Laden nicht komplizierter sein als Tanken.» 

Derzeit sieht es oft noch anders aus. «Der Tarifdschungel ist hĂ€ufig undurchsichtig», kritisiert der ADAC. Bezahlmöglichkeiten seien unzureichend und eine Anzeige der Preise je Ladevorgang fehle oft. Auch aus Sicht von Gregor Kolbe von der Verbraucherzentrale Bundesverband ist die ungenĂŒgende Transparenz der öffentlichen Ladepreise fĂŒr E-Auto-Fahrer problematisch. 

Die Bundesregierung plant hier nun Verbesserungen. Vorgesehen sind außerdem verschiedene Förderprogramme, zum Beispiel fĂŒr den Aufbau von Lademöglichkeiten in MehrparteienhĂ€usern. Allerdings ist die Umsetzung aller «finanzwirksamen Maßnahmen» des Masterplans abhĂ€ngig von der Haushaltslage. Die Bundesregierung muss in den kommenden Jahren sparen, im Kernhaushalt klaffen FinanzlĂŒcken.

Mehr Transparenz

Viele Nutzer seien noch zu oft mit schwer vergleichbaren Ladeangeboten konfrontiert, heißt es in dem Masterplan mit Blick auf öffentliche LadesĂ€ulen. Das schwĂ€cht das Vertrauen in die ElektromobilitĂ€t und bremst den Umstieg. Die Bundesregierung setze sich daher fĂŒr klare Rahmenbedingungen ein, um Preistransparenz, digitale Preisinformationen und dynamischen Wettbewerb zu gewĂ€hrleisten. 

Eine «Preistransparenzstelle» fĂŒr Ad-hoc-Preise soll die Integration dieser Daten in Apps und Navigationssysteme fĂŒr Endverbraucherinnen und Endverbraucher ermöglichen. «Wer elektrisch fĂ€hrt, soll jederzeit technisch verlĂ€ssliche Ladeangebote zu transparenten und wettbewerblichen Preisen vorfinden – egal wo, wann und wie schnell geladen wird», heißt es im Masterplan.

Eine aktuelle Befragung im Auftrag der Verbraucherzentrale zeigt, dass fĂŒr 84 Prozent der Befragten beim Umstieg auf ElektromobilitĂ€t entscheidend ist, dass die Preise fĂŒr das öffentliche Laden transparent und einheitlich gestaltet sind. «Aktuell erfahren Verbraucherinnen und Verbraucher den Preis fĂŒr das Spontanladen oft erst an der LadesĂ€ule. Auch beim vertragsbasierten Laden ist ein einfacher Preisvergleich nur eingeschrĂ€nkt möglich. Deshalb braucht es eine zentrale Stelle, die Spontanladepreise und Vertragstarife sammelt und veröffentlicht», betonen die VerbraucherschĂŒtzer. Nutzer könnten so leichter Preise vergleichen und das beste Angebot finden.

Dazu kommt: Laden an öffentlichen LadesĂ€ulen ist deutlich teurer als beim privaten Laden daheim, wie es in einem Papier des Verbands der Automobilindustrie (VDA) heißt. Der ADAC betont, eine Senkung der Stromsteuer auch fĂŒr private Verbraucher wĂ€re ein wichtiger Schritt. 

Ausbau der ElektromobilitÀt

E-Autos sollen eine SchlĂŒsselrolle dabei spielen, damit im Verkehr Klimaziele erreicht werden. Der Sektor verfehlt regelmĂ€ĂŸig Vorgaben. Der Ausbau des Ladenetzes schreitet voran. Laut Bundesnetzagentur gab es zum 1. Oktober rund 180.000 öffentliche Ladepunkte, darunter rund 44.250 Schnellladepunkte.

«Insbesondere die Anzahl der Schnellladepunkte nimmt erfreulicherweise stark zu», sagte VerbraucherschĂŒtzer Kolbe. «Trotzdem gibt es weiterhin weiße Flecken auf der Landkarte. Um das öffentliche Laden ĂŒberall zu ermöglichen, muss die Bundesregierung entsprechende Rahmenbedingungen schaffen. Gleichzeitig sind die LadesĂ€ulenbetreiber gefordert, durch kontinuierliche Investitionen den Ausbau voranzutreiben.»

Aktuell seien die Lademöglichkeiten im VerhĂ€ltnis zur Zahl der E-Pkw ĂŒberwiegend ausreichend, so der ADAC. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland komme insgesamt voran. In Ballungszentren oder direkt an der Autobahn gebe es aber KapazitĂ€tslĂŒcken. Der Bund arbeitet zum Beispiel an einem E-Lkw-Schnellladenetz entlang der Autobahnen.

Förderungen geplant

Oft werden E-Autos zu Hause geladen - aber was machen Bewohner von MehrparteienhĂ€usern? Diese verfĂŒgten hĂ€ufig noch nicht ĂŒber entsprechende Lademöglichkeiten, heißt es im Papier der Bundesregierung. Deswegen ist eine staatliche Förderung geplant, um die Investitionsbereitschaft von EigentĂŒmergemeinschaften zu steigern und den Aufbau von Lademöglichkeiten in MehrparteienhĂ€usern zu beschleunigen. Eine Förderung soll es auch fĂŒr den Ausbau der Ladeinfrastruktur in Depots und Betriebshöfen fĂŒr E-Lastwagen geben - falls der Haushalt das hergibt.

@ dpa.de

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