Kreise: Bund will ZustĂ€ndigkeit fĂŒr Asyl in Europa schneller klĂ€ren
10.09.2024 - 16:36:40Ein Modell dazu habe man in den aktuellen GesprÀchen mit Vertretern von LÀndern und Union vorgeschlagen, verlautete aus Regierungskreisen.
Das Bundesamt fĂŒr Migration und FlĂŒchtlinge (Bamf) soll demnach das sogenannte Dublin-Verfahren kĂŒnftig schneller betreiben. Dabei wird festgestellt, welches europĂ€ische Land fĂŒr ein Asylverfahren zustĂ€ndig ist. In vielen FĂ€llen ist das jener Staat, auf dessen Gebiet Schutzsuchende zuerst europĂ€ischen Boden betreten haben.
Die Bundespolizei soll derweil prĂŒfen, ob es freie HaftplĂ€tze gibt und gegebenenfalls beim zustĂ€ndigen Gericht Haft beantragen, damit Betroffene nicht untertauchen. "Hier ist ein schnelles Handeln der Justiz der LĂ€nder erforderlich. Auch mĂŒssen die HaftplĂ€tze der LĂ€nder in ausreichender Anzahl, möglichst in GrenznĂ€he entlang der Migrationsrouten, vorhanden sein", hieĂ es. Es gibt in Deutschland 800 AbschiebehaftplĂ€tze, nach bisheriger EinschĂ€tzung von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) ist das zu wenig. "Alternativ soll eine feste Zuweisung und Wohnsitzauflage vorgesehen werden, wenn Haft nicht in Betracht kommt", hieĂ es weiter aus Regierungskreisen.
Die Bundesregierung will das GesprĂ€ch suchen, damit die LĂ€nder, die Migranten zurĂŒcknehmen sollen, kooperieren. Denn hier hakt es derzeit oft. Ăber eventuelle Klagen der Betroffenen gegen ihre Ăberstellung sollen die Verwaltungsgerichte zĂŒgig entscheiden.
Eine wirkliche Neuerung ist die geplante gröĂere Rolle fĂŒr die Bundespolizei. Bislang liegen Abschiebungen in der Verantwortung der LĂ€nder, die Bundespolizei unterstĂŒtzt nur bei der DurchfĂŒhrung. KĂŒnftig soll die Bundespolizei am Ende des geplanten beschleunigten Verfahrens die Menschen dann aus Deutschland bringen.
"AuĂerdem setzt Deutschland weiter auf ein enges kooperatives Zusammenwirken mit den Nachbarstaaten etwa durch gemeinsame Streifen und gemeinsame Polizeizentren an den Grenzen. Ein unmittelbares ZurĂŒckweisen an den Grenzen ĂŒber die heutige Praxis hinaus wĂŒrde diese Zusammenarbeit massiv gefĂ€hrden", hieĂ es weiter.

