Hessen, Deutschland

Commerzbank warnt AktionÀre vor Unicredit-Risiken

20.05.2026 - 10:32:01 | dpa.de

Die Commerzbank rĂ€t ihren AktionĂ€rinnen und AktionĂ€ren vom Unicredit-Angebot ab: Es drohten Risiken mit italienischen Staatsanleihen, faulen Krediten und dem großen Russland-GeschĂ€ft der Italiener.

  • Widerstand gegen die Unicredit. - Foto: Andreas Arnold/dpa
    Widerstand gegen die Unicredit. - Foto: Andreas Arnold/dpa
  • Schluckt die italienische Unicredit die Commerzbank? (Archivbild) - Foto: Michael Brandt/dpa
    Schluckt die italienische Unicredit die Commerzbank? (Archivbild) - Foto: Michael Brandt/dpa
  • KĂ€mpft um die EigenstĂ€ndigkeit der Commerzbank: Vorstandschefin Bettina Orlopp. (Archivbild) - Foto: Boris Roessler/dpa
    KÀmpft um die EigenstÀndigkeit der Commerzbank: Vorstandschefin Bettina Orlopp. (Archivbild) - Foto: Boris Roessler/dpa
Widerstand gegen die Unicredit. - Foto: Andreas Arnold/dpa Schluckt die italienische Unicredit die Commerzbank? (Archivbild) - Foto: Michael Brandt/dpa KÀmpft um die EigenstÀndigkeit der Commerzbank: Vorstandschefin Bettina Orlopp. (Archivbild) - Foto: Boris Roessler/dpa

Die Commerzbank warnt ihre Anteilseigner vor einem Umtausch ihrer Aktien in Papiere der Unicredit. Wer seine Aktien an die italienische Großbank verkaufe - und das auch noch unter Wert - handele sich erhebliche Risiken ein.

Neben den großen HĂŒrden fĂŒr eine Umsetzung der Unicredit-PlĂ€ne mĂŒssten die AktionĂ€re als kĂŒnftige MiteigentĂŒmer der MailĂ€nder Bank auch deren hauseigene Probleme mittragen, warnte Commerzbank-Aufsichtsratschef Jens Weidmann bei der Hauptversammlung in Wiesbaden: «etwa ein erhöhtes Exposure gegenĂŒber italienischen Staatsanleihen, eine deutlich höhere Quote notleidender Kredite und ein immer noch signifikantes RusslandgeschĂ€ft». Die Unicredit ist eine der grĂ¶ĂŸten noch aktiven Auslandsbanken in Russland.

Kaufangebot fĂŒr sĂ€mtliche Commerzbank-Anteile

Die Unicredit, die bereits knapp 30 Prozent an der Commerzbank kontrolliert, hatte Anfang Mai ein Angebot fĂŒr sĂ€mtliche Commerzbank-Anteile vorgelegt. Unicredit-Chef Andrea Orcel bietet fĂŒr jede Commerzbank-Aktie 0,485 neue Unicredit-Aktien. So will die MailĂ€nder Großbank bis zum 16. Juni weitere Aktien einsammeln, ohne ein Pflichtangebot vorlegen zu mĂŒssen, was deutlich teurer wĂ€re. Die Offerte kann bis zum 3. Juli verlĂ€ngert werden. 

Nach jĂŒngsten Angaben hat sich die italienische Großbank fĂŒr weitere Anteile den Kaufpreis gesichert und kommt damit zusammen auf 38,87 Prozent der Stimmrechte. Der Bund, der noch gut 12 Prozent hĂ€lt, lehnt eine feindliche Übernahme der Commerzbank ebenso ab wie Management, Betriebsrat und Belegschaft des Instituts.

Orlopp: Trotz aggressivem Vorgehen gesprÀchsbereit

«Mit dem vorliegenden Angebot versucht die Unicredit, die Commerzbank zu einem Preis zu ĂŒbernehmen, der den fundamentalen Wert und das Potenzial unserer Bank nicht angemessen widerspiegelt», betonte Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp bei dem AktionĂ€rstreffen. Die Commerzbank stemmt sich mit dem Abbau von 3.000 Jobs und mehr KI-Einsatz sowie ambitionierten Gewinn- und Renditezielen bis 2030 gegen das aus ihrer Sicht feindliche Vorgehen Orcels.

«Von Beginn an war der Prozess geprĂ€gt von öffentlichem Druck und einer zunehmend aggressiven Vorgehensweise», sagte Orlopp laut Redetext. «Nichtsdestotrotz – und das möchte ich in aller Klarheit betonen: Wir bleiben offen fĂŒr GesprĂ€che. Sofern es eben eine echte Bereitschaft gibt, die von uns aufgezeigten Punkte zu diskutieren: mit der klaren Absicht, unseren AktionĂ€ren eine attraktive PrĂ€mie zu bieten.»

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