Handelskammer, China

Handelskammer: EU sollte in China gleiche Marktbedingungen fordern

05.12.2023 - 11:13:59

Die deutsche Außenhandelskammer (AHK) hat vor dem EU-China-Gipfel gerechtere Wettbewerbsbedingungen auf dem chinesischen Markt fĂŒr europĂ€ische Unternehmen gefordert.

Das Thema mĂŒsse wieder oben auf die Agenda, sagte Jens Hildebrandt, geschĂ€ftsfĂŒhrendes AHK-Vorstandsmitglied, am Dienstag in Peking. "Wir dĂŒrfen nicht lĂ€nger zulassen, dass europĂ€ische Unternehmen in China in einigen Bereichen nicht auf die gleichen Wettbewerbsbedingungen treffen wie die chinesische Wirtschaft, wĂ€hrend chinesische Firmen den europĂ€ischen Markt voll ausschöpfen können", erklĂ€rte er.

Der Zugang fĂŒr auslĂ€ndische Unternehmen zum chinesischen Markt ist seit Jahren Thema. Die EU-Vertreter sollten laut Hildebrandt Zutrittsbarrieren wie Lizenzvergaben oder informelle Absprachen bei der Vergabe öffentlicher AuftrĂ€ge ansprechen. EU-RatsprĂ€sident Charles Michel und Kommissionschefin Ursula von der Leyen treffen am Donnerstag Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping in Peking. Themen sind laut EU-Beamten die politische Weltlage oder Wirtschaftsfragen. Die EU ist Chinas wichtigster Handelspartner. Deutschland dominiert laut der AHK mit einem Anteil von 46 Prozent beim Export unter den EU-LĂ€ndern den europĂ€isch-chinesischen Handel.

Firmen regieren auf Risiken in China

Beim Gipfel wird es auch um den Plan BrĂŒssels gehen, weniger abhĂ€ngig von China zu werden. Die EU sollte laut Hildebrandt klar machen, in welchen Feldern ein sogenanntes De-Risking angedacht ist. Diese Maßnahmen seien auch notwendig. "Wir hoffen, aber dass keine Handelskonflikte heraufbeschwört werden, denn die deutsche Wirtschaft braucht offene MĂ€rkte", sagte Hildebrandt.

Wegen politischer Spannungen und Chinas wirtschaftlicher Lage reduziert ein Teil der deutschen Unternehmen laut einer AHK-Umfrage das Risiko im Zusammenhang mit seinem China-GeschĂ€ft. 44 Prozent von 566 Befragten gaben an, dass ihre Firmenzentralen solche Schritte unternehmen. Etwas mehr Unternehmen (45 Prozent) verneinten dies. Die ĂŒbrigen antworteten mit "weiß nicht". Die Firmen setzen dabei zum Beispiel auf von China unabhĂ€ngige Lieferketten oder bauen zusĂ€tzlich ein GeschĂ€ft in anderen LĂ€ndern auf.

Wichtig sei jedoch, dass 54 Prozent der Unternehmen ihre Investitionen in China ausweiten wollen, erklĂ€rte Hildebrandt - quasi auch eine Art der Risikosteuerung. Ein Großteil dieser Firmen begrĂŒndete den Plan damit, in China wettbewerbsfĂ€hig bleiben zu wollen. Zum Beispiel lokalisieren manche ihre Forschung und Entwicklung in China.

@ dpa.de