EntschÀdigungsrekord, Bahn

EntschÀdigungsrekord bei der Bahn nach vier Warnstreiks 2023

26.01.2024 - 10:23:42

Die Deutsche Bahn muss jedes Jahr EntschĂ€digungen in Millionenhöhe zahlen, weil ZĂŒge unpĂŒnktlich waren oder ganz ausfielen. Der aktuelle Streik lĂ€sst schon jetzt fĂŒr 2024 keine Senkung erwarten.

Unter anderem aufgrund von vier Warnstreiks hat die Bahn im vergangenen Jahr EntschĂ€digungen in Rekordhöhe an die FahrgĂ€ste zahlen mĂŒssen. Der bundeseigene Konzern bearbeitete 2023 5,6 Millionen EntschĂ€digungsantrĂ€ge und zahlte den Kundinnen und Kunden insgesamt 132,8 Millionen Euro, wie ein Bahn-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mitteilte. Der Sprung ist gewaltig: 2022 wurden 92,7 Millionen Euro ausgezahlt. Auch das war damals ein Rekordwert.

Neben den Warnstreiks nannte die Bahn zur BegrĂŒndung eine im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegenen Zahl an Reisenden, eine Rekordzahl an kurzfristigen Baustellen und die WintereinbrĂŒche im Dezember. Die Bahn erstattet fĂŒr VerspĂ€tungen ab einer Stunde ein Viertel des Fahrpreises, ab zwei Stunden die HĂ€lfte. 2023 war die Deutsche Bahn so unpĂŒnktlich unterwegs wie lange nicht: Lediglich 64 Prozent der Fernverkehrshalte wurden rechtzeitig erreicht - also mit weniger als 6 Minuten VerspĂ€tung.

Gesamter Ticketpreis wird erstattet

Bei ZugausfĂ€llen infolge von Streiks oder Warnstreiks können sich FahrgĂ€ste den gesamten Ticketpreis zurĂŒckholen. 2023 wurde die Deutsche Bahn viermal bestreikt, je zweimal von der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG und der LokfĂŒhrergewerkschaft GDL.

Ein DB-Sprecher betonte, dass Bahnreisende von den großzĂŒgigsten Regelungen aller Verkehrsmittel profitierten. «Richtig ist aber auch: Es fehlt ein dreistelliger Millionenbetrag, der fĂŒr die dringend notwendigen Investitionen in die Modernisierung der Eisenbahn in Deutschland gebraucht wird», sagte der Sprecher. «Nur so können wir die PĂŒnktlichkeit unserer ZĂŒge nachhaltig verbessern.»

Laut DB wurden rund 65 Prozent der EntschĂ€digungsantrĂ€ge ĂŒber die Webseite bahn.de oder die App DB Navigator eingereicht. 2022 lag der Anteil noch bei rund 60 Prozent. Digitale EntschĂ€digungsantrĂ€ge gibt es bei der Bahn seit 2021.

@ dpa.de