OECD: 2024 geringes Wirtschaftswachstum in Deutschland
05.02.2024 - 13:29:59Die Industriestaatenorganisation OECD hat die Wachstumsprognose fĂŒr die deutsche Wirtschaft fĂŒr dieses Jahr nach unten korrigiert. Man erwarte einen Zuwachs von 0,3 Prozent, teilte die in Paris ansĂ€ssige Organisation mit. Im November war die OECD noch von einem Wirtschaftswachstum in Deutschland von 0,6 Prozent in diesem Jahr ausgegangen.
Auch fĂŒr den Euroraum senkte die Organisation die Wachstumserwartung leicht auf 0,6 Prozent fĂŒr 2024 herab. Auf kurze Sicht werde die Konjunktur durch angespannte Kreditbedingungen gebremst. FĂŒr das Jahr 2025 sieht die OECD in Deutschland ein Wachstum von 1,1 Prozent, im Euroraum von 1,3 Prozent.
Spannungen im Roten Meer mit Folgen
Verglichen mit 2023 geht die OECD insgesamt von einer AbschwĂ€chung des weltweiten Wirtschaftswachstums aus. Der Weltwirtschaft prognostiziert sie in diesem Jahr einen Zuwachs von 2,9 Prozent, etwas mehr als die Organisation im Herbst annahm. 2023 waren es 3,1 Prozent. Die Folgen angespannter Finanzbedingungen schlĂŒgen sich auf den Immobilien- und KreditmĂ€rkten nieder, hieĂ es von der OECD.
Der globale Handel bleibe gedĂ€mpft. Die Angriffe auf Schiffe im Roten Meer habe Frachtkosten stark steigen lassen und Versandzeiten in die LĂ€nge gezogen. Dies erhöhe den Preisdruck und störe ProduktionszeitplĂ€ne. Insgesamt sieht die Organisation die starken geopolitischen Spannungen als wesentliches kurzzeitiges Risiko fĂŒr Konjunktion und Inflation. Dies gelte insbesondere dann, wenn der Konflikt im Nahen Osten den Energiemarkt stören sollte.
OECD: Erhöhter Druck auf Regierungen
Angesichts steigender Schulden und anstehender Ausgaben sieht die OECD den Finanzdruck auf Regierungen steigen. Zudem brauche es stÀrkere internationale Kooperation, um den globalen Handel wieder aufleben zu lassen, schneller und besser bei der Dekarbonisierung voranzukommen und Schuldenlasten in Staaten mit geringerem Einkommen zu mildern.
Die in Paris ansĂ€ssige OECD vereint LĂ€nder, die sich zu Demokratie und Marktwirtschaft bekennen. Mittlerweile sind neben groĂen Volkswirtschaften wie Deutschland, den USA und Japan auch SchwellenlĂ€nder wie Mexiko und Chile Mitglied.


