Bundesbank-PrĂ€sident fordert fĂŒr mehr Wachstum spĂ€tere Rente
25.11.2024 - 18:52:07Angesichts der schwachen Wirtschaft in Deutschland spricht sich Bundesbank-PrĂ€sident Joachim Nagel fĂŒr eine spĂ€tere Rente aus. Die Politik solle mit Blick auf den FachkrĂ€ftemangel «Anreize fĂŒr einen vorgezogenen Rentenbeginn abbauen und auch ab 2031 ein schrittweise höheres Rentenalter erwĂ€gen, indem dieses an die Lebenserwartung gekoppelt wird», sagte Nagel in einer Rede in Dortmund.Â
«Ein Mann, der 1974 mit 65 Jahren in Rente ging, hatte im Durchschnitt noch fast zwölfeinhalb vor sich. Wer heute mit 66 Jahren in Rente geht, hat durchschnittlich noch fast 17,5 Jahre vor sich», sagte Nagel laut Redetext. «AuĂerdem kann er davon ausgehen, dass er die zusĂ€tzlichen Lebensjahre ĂŒberwiegend bei besserer Gesundheit verbringen kann.» Sollte die Lebenserwartung im Trend weiter steigen, «dann erscheint es mir durchaus vertretbar, wenn ein Teil der dann hinzukommenden Lebensjahre in Arbeit verbracht wird».
Strukturelle HĂŒrden fĂŒr deutsche Wirtschaft
Wie es mit der schwachen Wirtschaft in Deutschland weitergehe, sei nicht nur eine Frage der Konjunktur, betonte Nagel. Die aktuelle WachstumsschwĂ€che habe auch strukturelle Ursachen wie gestiegene Energiepreise im Zuge des Ukraine-Kriegs, hohe Kosten fĂŒr den Umbau zu einer CO2-neutralen Wirtschaft, den demografische Wandel sowie eine zunehmende Abschottung in der Weltwirtschaft.Â
Um die Standortbedingungen in Deutschland zu verbessern, schlug Nagel ein BĂŒndel von MaĂnahmen vor. So sollten im Kampf gegen den FachkrĂ€ftemangel Menschen, die wegen der Betreuung von Angehörigen nur eingeschrĂ€nkt erwerbstĂ€tig seien, stĂ€rker in Arbeit kommen. «Mit besseren, erweiterten Betreuungsmöglichkeiten fĂŒr Kinder und pflegebedĂŒrftige Angehörige könnte diesen Personen ermöglicht werden, mehr zu arbeiten, sofern sie dies wĂŒnschen», sagte Nagel. Auch mĂŒsse Deutschland attraktiver fĂŒr auslĂ€ndische FachkrĂ€fte werden.
Nötig sei zudem weniger BĂŒrokratie, etwa schnellere Genehmigungsverfahren, forderte der Bundesbank-PrĂ€sident. Zudem brĂ€uchten Unternehmen wie Haushalte mehr Planungssicherheit in der Energiepolitik und die EU mĂŒsse beim Zusammenwachsen der KapitalmĂ€rkte vorankommen, damit Unternehmen leichter an Kapital gelangten.


