Experten: Deutsche Wirtschaft schrumpft 2024 doch leicht
18.12.2024 - 09:38:33Das Institut fĂŒr Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hat seine Konjunkturprognose fĂŒr 2024 etwas nach unten korrigiert. Das Bruttoinlandsprodukt wird demnach um 0,2 Prozent sinken. Zuletzt war noch ein Nullwachstum vorhergesagt worden.
Die Wirtschaftsexperten begrĂŒndeten die Entscheidung mit der verhaltenen Nachfrage aus dem Ausland, einer trotz erster Zinssenkungen zu straffen Geldpolitik der EuropĂ€ischen Zentralbank, hohen Energiepreisen und der anhaltenden Unsicherheit ĂŒber die kĂŒnftige Wirtschaftspolitik in der Bundesrepublik.
IMK rechnet im kommenden Jahr nur mit Plus von 0,1 Prozent
Auch im Hinblick auf 2025 besserten die Forscher ihre Vorhersage nach. Sie gehen davon aus, dass sich die wirtschaftliche Situation im kommenden Jahr nur geringfĂŒgig aufhellt. Erwartet wird lediglich ein Mini-Wachstum von 0,1 Prozent. Im September lag die Prognose bei 0,7 Prozent. UrsprĂŒnglich hatte das IMK 2025 sogar mit einem noch etwas höheren Plus gerechnet.
Andere Konjunkturexperten wie der SachverstĂ€ndigenrat, das Institut fĂŒr Weltwirtschaft in Kiel und das Leibniz-Institut fĂŒr Wirtschaftsforschung Halle hatten ihre Prognosen kĂŒrzlich ebenfalls gesenkt.
Experte: Politik muss Vertrauen wiederaufbauen
"Wir mĂŒssen raus aus dem Kreislauf der Belastung und Verunsicherung, in dem Wirtschaft und Gesellschaft nun schon seit mehreren Jahren stecken", sagte Sebastian Dullien vom IMK. Viele BeschĂ€ftigte zögerten angesichts schlechter Nachrichten, ihr Geld auszugeben. Unternehmen, vor allem aus der Industrie, scheuten dringend notwendige Investitionen.
Dullien fordert deshalb die Politik zum Handeln auf: "In dieser Situation ist es sehr wichtig, dass die Politik durch entschlossene Signale Vertrauen wiederaufbaut." Dazu gehöre es, Klarheit ĂŒber die mittelfristige wirtschafts- und industriepolitische UnterstĂŒtzung der Transformation zu schaffen.

