EU, Autoindustrie

E-MobilitÀt: Deutsche Hersteller bauen Marktstellung in Europa aus

15.04.2026 - 07:15:23 | dts-nachrichtenagentur.de

Die deutschen Autokonzerne haben ihre Marktstellung bei E-MobilitÀt in Europa im vergangenen Jahr ausgebaut.

E-Auto-Ladestation (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Das zeigen Daten des Verbands der Automobilindustrie (VDA), ĂŒber die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten. Danach kam 2025 jedes zweite in der EU neu zugelassene batterieelektrische Auto von einem Hersteller aus Deutschland. Der Marktanteil der hiesigen Autoindustrie hat sich seit 2016 damit mehr als verdoppelt. Bei Plug-in-Hybriden lag ihr Marktanteil 2025 bei 58,6 Prozent.

ZĂ€hlt man rein batterieelektrische und hybride Fahrzeuge zusammen, stehen die deutschen Marken in diesem Segment in vielen LĂ€ndern sogar besser da als mit klassischen Verbrenner-Motoren: In den Niederlanden, Italien und Frankreich lag ihr Marktanteil 2025 bei E-Autos und Hybriden deutlich höher als bei allen Fahrzeugen insgesamt. In mehreren europĂ€ischen LĂ€ndern konnten die Hersteller ihre Position zuletzt merklich ausbauen. In Japan war der Marktanteil der deutschen Autokonzerne bei teilweise oder ganz elektrisch angetriebenen Fahrzeugen zuletzt mehr als dreimal so hoch wie im gesamten Markt (17,5 Prozent ggĂŒ. 4,5 Prozent), auch in den USA (13,3 Prozent ggĂŒ. 8,1 Prozent) und SĂŒdkorea (13,9 Prozent ggĂŒ. 12,0 Prozent) ist ihre Position in diesem Segment besser als im Markt insgesamt.

Ein großes Problem fĂŒr die Branche bleibt der Absatz in China. Die ohnehin kleinen Marktanteile deutscher Autohersteller bei E-Autos und Hybrid-Fahrzeugen in der Volksrepublik waren von 2024 auf 2025 noch einmal deutlich gesunken. Bei Plug-in-Hybriden konnten deutsche Hersteller zuletzt nur noch 0,5 Prozent Marktanteil verbuchen, bei rein batterieelektrischen Fahrzeugen waren es noch 2,5 Prozent.

VDA-PrĂ€sidentin Hildegard MĂŒller plĂ€diert vor diesem Hintergrund dafĂŒr, die Situation der Branche differenziert zu betrachten. "Zu oft verfallen Debatte und Argumente in Schwarzweiß-Schemata", sagte MĂŒller den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Fakt sei: Die Autoindustrie restrukturiere sich, setze mit KreativitĂ€t und Investitionen auf den Weg zur klimaneutralen MobilitĂ€t der Zukunft. "Unsere Hersteller haben bei der E-MobilitĂ€t in vielen MĂ€rkten einen höheren Anteil als am Gesamtmarkt", so MĂŒller.

Gleichzeitig appellierte sie mit Nachdruck an die Politik, Deutschland als Produktionsstandort wieder attraktiver zu machen. "Wenn es um die WettbewerbsfĂ€higkeit unseres Standorts geht, helfen weder Schönreden- noch Schwarzmalerei-Kategorien", so die VDA-PrĂ€sidentin. FĂŒr die notwendigen Entscheidungen helfe der Blick auf Zahlen, Daten und Fakten: "In allen Rankings, die sich beispielsweise mit Steuerbelastung, BĂŒrokratieaufwand oder auch Arbeitskosten beschĂ€ftigen, wurde Deutschland zuletzt durchgereicht. Wir haben eine massive Standortkrise, die die komplette deutsche Industrie betrifft."

Der Glaube, Politik könne wirtschaftliche Entscheidungen besser treffen oder technologische Entwicklungen besser einschÀtzen als Unternehmen, die dies seit Jahrzehnten erfolgreich tun, sei "gescheitert", sagte sie weiter. Jetzt gelte es, die Kurskorrektur entschlossen und umfassend einzuleiten.

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